Jutebeutel oder It-Bag – es geht auch beides

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Frauen, die etwas auf sich halten, gehen niemals ohne eine Handtasche aus dem Haus. Stars und Sternchen tragen teure Marken wie Chanel oder Gucci am Arm spazieren. Viele dieser Modelle kosten einige tausend Euro. Diesen Preis muss Frau schon bezahlen, wenn sie eine sogenannte „It-Bag“ mit sich herumtragen möchte, um damit ihren versierten modischen Geschmack zu zeigen. Dieses Phänomen der „It-Bags“ entstand bereits in den neunziger Jahren. In früheren Zeiten, als es den Begriff „It-Bag“ noch nicht gab, trugen hauptsächlich bekannte Modeikonen diese Taschen am Handgelenk. Viele Modelle wurden daher sogar nach ihnen benannt. Zu den bekanntesten gehörten damals die Birkin, nach Jane Birkin, und natürlich auch die Kelly. Hier war Grace Kelly die Namensgeberin. Taschen, die in diese Kategorie passen, sind für gewöhnlich sehr teuer und auf eine sehr geringe Stückzahl limitiert. Aber es gibt auch eine It-Bag, die sich wirklich jeder leisten kann. Sie gehört zu den angesagtesten It-Bags zur Zeit, und kostet gerade einmal lockere 1,50 Euro. Sie kommt weder aus den Modehochburgen Paris oder Mailand noch aus dem trendigen New York, sondern direkt aus einer Buchhandlung in München. In diesem Fall steht kein Luxuslabel hinter der Tasche, sondern Hugendubel.

Das Modephänomen Jutebeutel
Aber wie wurde aus einem einfachen Jutebeutel, der den Kunden der Buchhandlung Hugendubel ab einem Einkaufswert von 50 Euro sogar kostenlos überlassen wird, eine angesagte It-Bag? Verantwortlich dafür ist eine Autorin der New York Times. Sie hatte diesen Beutel überall in Berlin gesehen. Jeder trug eine solche Tasche mit sich herum, egal ob Zwölfjährige, ältere Frauen oder stylische Leute. Daraus schloss sie, dass es sich um ein absolutes It-Piece handeln muss. Sie führte eine umfangreiche Recherche durch um letztendlich festzustellen, dass es sich lediglich um den Jutebeutel eines Buchhändlers handelte. Dennoch erhielt die Tasche einen eigenen Bericht in der New York Times. Schon war ein Trend geboren. Jutebeutel kaufen war noch nie so angesagt wie heute. Nicht nur umweltbewusste Menschen tragen sie jetzt herum, sondern jede Fashionista, die etwas auf sich hält. Der Bericht der amerikanischen Autorin gelangte auch zu den deutschen Medien, wodurch sich die Nachfrage nach dem vermeintlichen It-Piece steigerte. Sogar aus dem Ausland melden sich Menschen, die diese Tasche kaufen wollen.

Erstaunlich für einen Jutebeutel, dessen Design seit Gründung der Buchhandlung nicht verändert wurde. Die Buchhandlung nutzte natürlich den Hype um den Jutebeutel gleich aus, und rief die Besitzer einer solchen Tasche dazu auf, Fotos damit zu machen. Eine bessere und vor allen Dingen günstigere Werbung kann ein Unternehmen nicht bekommen. Dies ist wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, wie sehr ein einfacher Bericht, veröffentlicht in der richtigen Zeitung, für sehr viel Aufmerksamkeit sorgen kann, auch wenn es nur um einen sehr günstigen, einfachen Jutebeutel geht. Offensichtlich ist nicht der Preis eines solchen It-Pieces entscheidend, sondern lediglich die Außenperspektive. So wird aus einem einfachen Gebrauchsgegenstand innerhalb kürzester Zeit eine angesagte It-Bag.

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