Filmtipp / Must-See: The cleaners

Auf der Internet-Konferenz re:publica hatte ich die Möglichkeit die Dokumention THE CLEANERS zu sehen bevor sie in die Kinos kam. Ich ging an diesem Abend ziemlich müde zu der Filmvorführung und hatte auch keine große Erwartungen. Wäre der Film langweilig, dann würde ich den Saal definitiv früher verlassen, das nahm ich mir fest vor. Und dann saß ich plötzlich mit weit aufgerissenen Augen und Gänsehaut da und konnte nicht glauben, was ich sah!

Nicht nur das Thema dieser Dokumentation ist neu, sie ist vor allem unglaublich spannend und schockierend. Auch die Art, wie THE CLEANERS gemacht wurde, begeistert mich. Da waren sehr talentierte Filmemacher am Werk! Schon lange war ich von einem Film nicht mehr so mitgenommen worden. Und so muss ich Euch diese Doku wirklich ans Herz legen, denn THE CLEANERS ist für mich ein MUST-SEE!

The Cleaners – Deutscher Trailer

Worum geht es?

THE CLEANERS enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation. Dort löschen zehntausende Menschen in zehn Stunden Schichten im Auftrag der großen Silicon Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die „Content Moderatoren“ outgesourct. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, ist eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys. Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Parallel zu den Geschichten von fünf Content Moderatoren erzählt der Film von den globalen Auswirkungen der Onlinezensur und zeigt wie Fake News und Hass durch die Sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.

Die utopische Vision einer vernetzten globalen Internetgemeinde wird endgültig zum Alptraum, wenn hochrangige ehemalige Mitarbeiter der Sozialen Netzwerke Einblicke in die Funktionsweisen und Mechanismen der Plattformen geben. Durch gezielte Verstärkung und Vervielfältigung jeglicher Art von Emotionen, werden die Plattformen zu gefährlichen Brandbeschleunigern, die soziale, politische und gesellschaftliche Konflikte anheizen und die drohende Spaltung unserer Gesellschaft vorantreiben.

Die Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck erzählen in ihrem Debütfilm vom Platzen des utopischen Traums der Sozialen Medien und stellen die drängende Frage nach den Grenzen des Einflusses von Facebook, YouTube, Twitter & Co auf uns und unsere Gesellschaften.

Regie: Hans Block, Moritz Riesewieck
Produktionsländer: Deutschland, USA, 2018
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 17. Mai 2018

 

Jetzt auf ARTE: Zum Film

 

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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