Warum TikTok nicht nur jungen Leuten Spaß macht

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TikTok – ist das nicht nur was für ganz junge Leute? Das ist doch das soziale Netzwerk in dem Jugendliche tanzen und Playback singen? – Das ist eine häufige Reaktion von Freunden, Bekannten und Kunden, wenn ich sie auf das soziale Netzwerk TikTok anspreche. Dabei gehört TikTok inzwischen zu den beliebtesten sozialen Netzwerken, ist auf unfassbar vielen Smartphones installiert und ist in 141 Ländern und 39 Sprachen verfügbar. Im September letzten Jahres hat TikTok es auf eine Milliarde monatlich aktiver Nutzer gebracht. Und selbst in Deutschland sind es schon knapp 20 Millionen Nutzer pro Monat, die TikTok nutzen. Tatsächlich sind die meisten Nutzer recht jung und unter 40 Jahre alt. Allerdings kann man längst nicht mehr davon sprechen, dass nur Teenager die App benutzen. Aber schauen wir uns die beliebte Plattform ein wenig genauer an.

Wie funktioniert TikTok eigentlich?

TikTok ist ein soziales Netzwerk, das man sich als App auf das Smartphone laden und kostenlos nutzen kann. Eine Registrierung ist allerdings notwendig. Die Nutzer können selbst Videos hochladen und natürlich die Videos anderer Nutzer anschauen. Alle Videos können geliket und kommentiert, aber auch geremixt werden.

Wer selbst Videos erstellen will hat viele Möglichkeiten. Die App bietet viele Features und tolle Effekte. Man kann aber auch auf andere Videos reagieren. Man kann den Originalsound eines Videos benutzen (und ein anderes Video dazu aufnehmen) oder ein Duett mit einem Video starten. Weiterhin gibt es eine Live-Funktion.

Oder man genießt einfach nur und schaut was andere kreieren. Es gibt natürlich viele Tanz- und Playback-Videos (durch diese Art von Videos wurde die App berühmt), aber inzwischen gibt es Videos zu jeglichen Themengebieten.Ob Comedy, Tutorials, Musikvideos, Erklärvideos, Live-Veranstaltungen oder witzige Internet-Challenges – die Inhalte auf TikTok sind vielfältig. Und es gibt sogar die Funktion, dass die Fans ihren TikTok-Stars Geld spenden können.

TikTok und die Musik

Besonders für die Musikindustrie ist TikTok bedeutend geworden, denn inzwischen werden viele Hits auf genau dieser Plattform gemacht. Um so wichtiger ist es heutzutage für Musiker dort Songs zu veröffentlichen, Ausschnitte ihrer Konzerte zu posten und darauf zu hoffen, dass möglichst viele TikTok-User ihr Lied für die eigenen Videos benutzen, so dass sie im besten Falle viral gehen. Und so ist es dann zum Beispiel möglich, dass eine unbekannte Sängerin oder ein unbekannter Musiker über TikTok plötzlich berühmt werden. So ging es auch der jungen Sängerin Gayle mit ihrem Song „abcdefu“: das Lied wurde zum Megahit und stürmte international die Charts.

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Aber auch bekannte Künstler wissen um das Potential von TikTok. Und so kommt es, dass man beispielsweise am Valentinstag ein kleines Live-Überraschungskonzert von Justin Bieber auf TikTok sehen kann. Heute finden Konzerte eben nicht mehr nur noch in Konzerthallen, Freilichtbühnen und Clubs statt – viele Fans genießen ein Konzert ihres Lieblingskünstlers inzwischen auch gerne mal zu Hause auf dem Sofa mit dem Handy in der Hand. Die Stars wissen eben, wo derzeit die Hits entstehen und Fans gefunden werden können. Ist sicherlich eine tolle Sache für die Fans, aber ein echtes Livekonzert bleibt meiner Meinung nach unerreicht. Karten kaufen, die Vorfreude genießen und dann diese einzigartige Stimmung während eines Konzertes inmitten vieler Menschen erleben – das kann eine App nicht ersetzen. So ein richtiges Live-Event ist eben etwas anderes! Die TikTok-Konzerte verstehen sich eben mehr als ein Goody für die Fans und nicht als Livekonzertersatz.

Warum TikTok so süchtig macht

Immer wieder wird darüber berichtet, dass TikTok süchtig macht. User berichten, dass sie die App öffnen und dann so in den Bann gezogen werden, dass aus geplanten 5 Minuten TikTok plötzlich über eine Stunde wird. Tatsächlich ist es eines der ganz großen Stärken von TikTok, genau zu wissen, was den Usern gefällt und ihnen genau die Videos zu zeigen, die ihnen gefallen. Ich kenne kaum ein soziales Netzwerk, das es so gut versteht, die Interessen und Vorlieben der User zu erkennen und eine Timeline zu erstellen, die einen so stark fesselt. Der TikTok-Algorithmus ist erschreckend gut!

Kritik an TikTok

Ich möchte unbedingt erwähnen, dass TikTok auch seine Schattenseiten hat. Es wird vom chinesischen Unternehmen ByteDance betrieben und ist hinsichtlich Daten- und Jugendschutz sowie Spionage und Zensur zugunsten der chinesischen Regierung stark umstritten. Obwohl so viele junge Leute TikTok nutzen, wird wenig für den Schutz Minderjähriger unternommen. Und ob die Userdaten ausreichend geschützt werden ist leider auch fraglich. Zudem entfernt TikTok Inhalte mit Themen, die von der chinesischen Regierung nicht gewünscht sind. So wurden nachweislich Videos zu den Protesten in Hongkong 2019 auf der Plattform zensiert und TikTok nimmt Videos auch gerne einmal die Reichweite, wenn sie beispielsweise das Thema Homosexualität oder Alkoholkonsum aufgreifen. Dies trifft User aus westlichen Länder zwar nicht so stark wie chinesische Nutzer, dennoch ist eine solche Praktik scharf zu kritisieren.

Einige mögen argumentieren, dass auch Plattformen wie Facebook oder Twitter sich Kritik hinsichtlich Datenschutz und Zensur gefallen lassen müssen und ich stimme dem voll zu. Das darf die Kritik an TikTok aber nicht abschwächen, sondern zeigt nur, dass wir generell darüber nachdenken sollten, welche Macht alle großen Sozialen Netzwerke haben und wie wenig Einfluss wir haben, wie mit unseren Daten und unserer Meinungsfreiheit umgegangen wird.

 

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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