Was Google über Dich weiß

Die meisten von uns machen sich viel zu wenig Gedanken darüber, was Google über uns speichert. Und wer jetzt nur an die Suchmaschine denkt, der vergisst, dass auch Android, Chrome, Maps und YouTube zu Google gehören. Es sind in der Regel eine Großzahl an Diensten, Apps und Geräten, die wir benutzen und die Google wiederum dazu nutzt, ein erschreckend genaues Protokoll über unser digitales Leben aufzuzeichnen.

Wie gefährlich ist die Datensammelei von Google? Und warum macht Google das?

Die Grundidee ist schnell erklärt. Eine weibliche Internetnutzerin benutzt zum Beispiel Ihr Android-Handy in der Straßenbahn und möchte sich für eine neue Frisur inspirieren lassen. Also sucht sie auf Google.de nach einem neuen Haarstyling für die Frau und liest online verschiedene Artikel darüber. Auch ein YouTube-Video über Beach-Waves, die in diesem Jahr besonders angesagt sind, schaut sie sich an. Über das Handy weiß Google dann, dass diese Frau sich gerade in Hamburg befindet und sich für eine neue Frisur interessiert und kann ihr nun eine personalisierte Werbung auf ihr Handy schalten, zum Beispiel von einem angesagten Friseur aus Hamburg. Mit einer solchen, individualisierten Werbung verdient Google jede Menge Geld.

Doch was bedeutet dieses Vorgehen für die Frau in unserem Beispiel? Eine personalisierte Werbung zu bekommen, ist nicht das Problem. Das stört wahrscheinlich die Wenigsten. Es ist vielmehr erschreckend, wie genau Google uns im Laufe der Zeit kennt. Denn Google protokolliert alles mit, was wir tagtäglich tun Und aus diesen Daten lässt sich später ein so genaues Profil erstellen, dass Google seine User bald besser kennt und einschätzen kann als die engsten Verwandten und Freunde dieser Person. Von Hobbys über politische Einstellungen bis hin zu sexuellen Vorlieben – Google hat früher oder später eine Akte über uns, die nicht nur extrem umfangreich, sondern leider auch extrem genau und richtig ist. Und dieses intime Wissen über einen selbst möchten die wenigsten von uns auf dem Server eines Unternehmens wissen.

Wo sehe ich, was Google über mich gespeichert hat?

Loggt Euch bei Google ein und schaut doch einfach mal auf der Seite „My Activity“ vorbei. Dort lässt sich nachschauen, was Google jeden Tag von uns gespeichert hat. Den ein oder anderen dürfte diese Liste der eigenen Aktivitäten ganz schön erschrecken, denn sie ist sehr ausführlich. Ich empfehle Euch, die Datenschutz-Einstellungen in Eurem Google Account zu korrigieren, die interessenbezogene Werbung komplett auszuschalten und die gespeicherten Informationen in My Activity zu löschen. So könnt Ihr wenigstens ein wenig mehr Privatsphäre zurückerobern.

Interessant ist es auch zu sehen, welchen Apps, Geräten und Diensten Ihr Zugriff auf Eure Google-Daten gegeben habt. Welche das sind, könnt Ihr bei Google Permissions nachschauen. Je weniger Namen dort aufgelistet sind, desto besser. Hier solltet Ihr gleich alle die Apps, Dienste oder Geräte löschen, denen Ihr keinen Zugriff geben wollt.

Weiterhin bietet Google mit dem Dienst Take-out die Möglichkeit, die persönlichen Daten aus den verschiedenen Google-Diensten herunterzuladen. Das kann vor allem bei einem Wechsel zu einem Dienst, der nicht zu Google gehört, sehr praktisch sein. Und auch hier erhaltet Ihr einen Einblick, wer alles auf Eure Daten zugreift.

Fazit

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist klar: wer das Internet nutzt, dessen Daten werden abgefragt und gespeichert. Uns muss klar sein, dass die Systeme zur ständigen globalen Überwachung weiter ausgebaut werden und zwar überall auf der Welt. Alles, was wir tun und wohin wir gehen, wird gläsern. Alleine unser Smartphone ist ein GPS-Sender und eine Wanze, die wir ständig und vor allem freiwillig mit uns herumtragen. Alleine durch unser Handy wird jeden einzelnen Tag protokolliert, wo wir uns aufhalten, was wir googeln, welche Apps wir nutzen und wann, wie und was wir mit Freunden, Familie und Bekannten kommunizieren.

„Zu behaupten, das Recht auf Privatsphäre sei nicht so wichtig, weil man nichts zu verbergen hat, ist wie zu sagen; Das Recht auf freie Meinungsäußerung sei nicht so wichtig, weil man nichts zu sagen hat.“
– Edward Snowden, Whistleblower und ehemaliger CIA-Mitarbeiter

Wer all dem entkommen will, hat derzeit nur die Möglichkeit mit Wegwerfhandys und Anonymisierungsmethoden wie Tor zu arbeiten. Doch Kreditkarten, elektronischen Krankenakten und Videoüberwachung aus dem Weg zu gehen, bleibt beinahe unmöglich. Big brother is watching us.

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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