Viele Deutsche shoppen einmal pro Woche online

Bild: Bianca Lucas / Unsplash

Es ist längst kein Geheimnis mehr: während größere Einzelhändler fast alle gute Geschäfte machen, leiden kleinere Fachhändler extrem unter der Konkurrenz aus dem Internet. Der Handelsverband Deutschland befürchtet deshalb, dass innerhalb weniger Jahre rund 50.000 Läden aus unseren Städten und Dörfern verschwinden werden.

„Das ist eine große Gefahr für unsere vitalen und attraktiven Innenstädte in Deutschland. Ohne den Handel könnten viele Standorte veröden“

Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer

Und tatsächlich zeigt auch die Statistik, dass immer mehr Deutsche online einkaufen. Laut einer repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom kaufen Deutsche immer häufiger täglich bzw. mehrmals pro Woche online ein. Vor allem junge Erwachsene shoppen sehr gerne online. Bei den 14- bis 29-Jährigen kaufen inzwischen 41 Prozent mindestens einmal pro Woche in Internetshops ein. Doch auch die 30- bis 49-Jährigen geben gerne Geld im Netz aus: 6 Prozent kaufen täglich etwas im Internet ein und jeweils 18 Prozent mindestens einmal pro Woche.

„Für Schuhe, einen neuen Wasserhahn oder auch Lebensmittel muss heute niemand mehr die Läden durchstreifen. Transparente Preise, eine größere Produktauswahl und die bequeme Lieferung machen Online-Shopping für viele attraktiver als den Einkauf im Ladengeschäft“

Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer

Überall Päckchen und Pakete

Viele meiner Leser und Leserinnen wissen, dass ich vor über zehn Jahren auf die Kanaren ausgewandert bin. Wenn ich ein oder zweimal im Jahr für kurze Zeit nach Deutschland reise, um die Familie zu besuchen oder einen geschäftlichen Termin wahrzunehmen, blicke ich mit anderen Augen auf Deutschland als die Menschen, die dort leben. Bei meiner letzten Reise ist mir vor allem eines aufgefallen: die zahlreichen Päckchen und Pakete, die einem überall begegnen. Da ist der DHL-Mann, der vor einer Packstation einen Turm mit Paketen balanciert. Oder die Nachbarin, die bei meinem Bruder klingelt, weil sie ein Päckchen für ihn angenommen hat. Auf der Straße fahren zig Logistikdienstleister, ob von DHL, Hermes, DPD, GLS oder UPS, überall auf den Straßen sind Paketaussteller unterwegs, die ihre Sendung so schnell wie möglich beim Empfänger abgeben wollen. Es ist als Außenstehende wirklich erstaunlich, wieviele Päckchen und Pakete täglich in Deutschland unterwegs sind!

Internet-Shopping wird von Jahr zu Jahr beliebter. Die Deutschen shoppen zunehmend online, doch dieser Trend führt nicht nur zu haufenweise Paketen, sondern produziert auch tonnenweise Müll. Denn als Online-Kunde kaufe ich nicht nur Produkte, sondern ich muss automatisch auch die Verpackungen kaufen, die der Händler braucht, um mir meine Ware zu schicken. Tatsächlich ist der Verpackungsmüll aber gar nicht so schlimm, wie viele annehmen. Schließlich muss auch der Ladenbesitzer sich seine Ware schicken lassen, die auch im Plastik, Styropor und Karton verpackt wird. Das wesentlich größere Problem sind die Retouren, denn diese verhageln die Öko-Bilanz des Onlinehandels gewaltig! Insgesamt gehen pro Jahr in Deutschland bis zu 290 Millionen Pakete wieder an den Händler zurück. Wer also umweltfreundlicher shoppen möchte, sollte darauf achten, möglichst wenig Ware an die Händler zurückzuschicken. Zudem dankt es Euch die Umwelt, wenn ihr Sammelbestellungen aufgebt und Ihr Euch nicht jedes einzelne Produkt separat schicken lasst.

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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