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Geschrieben von am 06. Feb 2013 in Internet | 9 Kommentare

Facebook ist nicht das Internet

Internet (Foto: photosteve101/Flickr)Einer meiner wichtigsten Anliegen ist es, Menschen, die nicht so internetaffin sind wie ich, das World Wide Web näher zu bringen und ihnen die großartigen Möglichkeiten dieses Mediums aufzuzeigen.

Um das zu erreichen, schreibe ich unter anderem dieses Blog, ich spreche aber auch in Cafés, bei Familientreffen oder bei einem Glas Wein unter Freunden gerne über dieses Thema.

Warum? Ich möchte Menschen die Angst vor dem Internet nehmen, eine Angst, die noch viel zu viele Personen mit sich herumtragen. Noch immer geistert der Gedanke des „BÖSEN INTERNETS“ in vielen Köpfen herum. Deshalb ist mir die Aufklärung und der Dialog über das Thema Internet so wichtig!

Es sitzen keine Horden von Kinderschändern hinter den Bildschirmen, um unseren Jüngsten im Internet nachzustellen. Es sitzen auch nicht alle junge Leute täglich am PC, um private Partybilder in Facebook hochzuladen, Gehässigkeiten zu twittern und Tag und Nacht Killerspiele zu spielen. Und Ego-Shooter sind zwar nicht jedermanns Geschmack, sie machen aber aus Schülern keine Amok-Läufer. Internet macht auch nicht blöd, unsozial und dick. Es gibt einfach viel zu viele Vorurteile über das Internet und noch immer viel zu viele Menschen, die das Internet als Bedrohung sehen. Doch gerade diese Menschen kennen meist nur einen kleinen Teilbereich des Internets: den SUMPF, bestehend aus Suchmaschinen, Unmoralischen Angeboten, Mailverkehr, Preisvergleichen und Facebook.

Ist der SUMPF das Internet? Nein, er ist nur ein kleiner Teil davon.

Facebook (Bild: stoneysteiner/Flickr)

Nicht ohne mein Facebook

Die meiste Zeit im Internet verbringen die Deutschen in den sozialen Netzwerken. Das beliebteste und weltweit größte soziale Netzwerk ist Facebook. Hier verbringen die Deutschen alleine während der Arbeitszeit laut Statistik schon durchschnittlich 3,5 Stunden pro Woche und mehr als 82 Prozent der deutschen Facebook-Nutzer besuchen das soziale Netzwerk tatsächlich mindestens einmal pro Tag.

Facebook ist leicht zu bedienen und verbindet so viele nützliche Internet-Dienste auf seiner Plattform, das viele eine Treue zu Facebook entwickeln, die sie immer stärker an die Plattform bindet.

Freunden eine Nachricht schicken? Warum mein E-Mail-Programm nutzen? Es gibt doch die Facebook-Nachrichten! Das kann ich auch auf Facebook machen!

Erfahren was in der Welt passiert? Warum Blogs und Internet-Magazine aufrufen? Es gibt doch die Timeline! Das kann ich auch auf Facebook machen!

Themen diskutieren? Warum in Blogs und Foren Kommentare schreiben? Es gibt doch auch eine Kommentarfunktion auf Seiten und Profilen! Das kann ich auch auf Facebook machen!

Selbst Bilder und Texte veröffentlichen? Warum eine eigene Webseite pflegen und in diese Zeit und Geld investieren? Das kann ich auch auf Facebook machen!

Facebook ist Teil unseres Lebens geworden. Aber ist es wirklich sinnvoll die meisten Online-Aktivitäten auf Facebook zu verlagern?

Freiheit ist die einzige die fehlt

Ich finde Facebook klasse! Ich habe dort die Möglichkeit meine sozialen Kontakte zu pflegen, bin mit meinen Freunden und Bekannten verbunden und kann mich mit ihnen austauschen. Das ist eine tolle Sache, die ich nicht missen möchte. Aber es gibt auch viele andere Dinge, die ich bewusst nicht auf Facebook mache:

Private E-Mails verschicke ich nur sehr ungern über Facebook. Facebook ist kein E-Mail-Programm und bietet auch nur eine Art Chatfenster an, um Nachrichten zu verschicken und zu empfangen. Ich kann E-Mails auf Facebook nicht formatieren, kann besonders schöne E-Mails, die ich aufheben möchte, nicht abspeichern. Auch eine Weiterleitungsfunktion ist nicht vorhanden.

Ich nutze Facebook nicht als Ersatz für eine Webseite oder einen Blog. Ich bin auf Facebook stark eingeschränkt, was das Layout einer Seite und die Länge eines Textes betrifft. Ich bin abhängig von der Firma Facebook, denn wenn diese beschließt meine Seite oder mein Profil aus irgendwelchen Gründen zu löschen oder zu sperren, kann ich nichts dagegen tun und verliere in einem solchen Fall nicht nur meine Seite, sondern auch alle meine „Fans“ und Besucher. Deshalb nutze ich Facebook-Seiten nur zur Unterstützung meiner eigentlichen Seite, indem ich dort auf meine veröffentlichten Inhalte auf meiner eigenen Webseite verlinke.

Wenn ich im Netz Themen diskutiere, dann am liebsten auf Blogs oder in Foren. Dort gehen spannende Diskussionen nicht so schnell verloren und verschwinden nicht nach wenigen Tagen im Nirwana der Timeline. In Blogs und Foren habe ich zudem auch die Möglichkeit anonym zu kommentieren, eine Freiheit, die ich sehr zu schätzen weiß. Es muss schließlich nicht jeder aus meinem Umfeld ständig wissen, mit welchen Themen ich mich beschäftige.

Castle (Bild: Malte Sörensen/Flickr)

My website is my castle

Facebook macht Spaß und ist praktisch. Wir sollten aber alle darauf achten, dass wir uns nicht zu sehr vom Sog des gigantischen sozialen Netzwerkes anziehen lassen. Facebook ist eine Firma, die ihre eigenen Regeln vorgibt. Wenn wir uns nicht mehr aus dem Facebook-Kosmos herausbewegen, unterwerfen wir uns einem Unternehmen, das uns enge Grenzen steckt. Und wir verschenken unsere Freiheit.

Ich möchte selbst bestimmen können. Sowohl über das Layout meiner Seite, als auch über die Länge meiner Texte oder das Einblenden von Werbung neben meinen Veröffentlichungen. Ich möchte nicht, dass eine Firma die Rechte besitzt, meine Internetseite zu sperren oder zu löschen und damit auch die Macht besitzt, mir meine Leser zu nehmen.

My website is my castle. Auf meiner eigenen Internetseite bin ich zu Hause. Facebook, Twitter, Google+ & Co. sind nur Nebenschauplätze. Dort schaue ich gerne vorbei, habe auch Spaß, aber dort habe ich nicht das Fundament für meine Online-Kommunikation gelegt. Ich gebe meine Freiheit und Selbstbestimmung nicht so einfach auf. Ich nutze Facebook für die Kommunikation mit einem von mir selbstbestimmten Kreis von Menschen. Nicht mehr und nicht weniger. Und ich verliere darüber nicht den Blick auf die vielen Angebote und Schätze, die das unglaubliche, riesige und vielfältige World Wide Web zu bieten hat. Denn Facebook ist – zum Glück – nicht das Internet.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade Facebook ist nicht das Internet teil.

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9 Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben und ich habe nichts mehr hinzufügen. Ich kann einfach nur zustimmen.
    Ich vermute ja mal, dass die meisten Facebooker gar nicht wissen, was Blogs sind und was man mit denen alles machen kann.
    Wenn ich meine Posts auf Facebook veröffentliche, dann klicken relativ viele auf den Links aber ich habe noch nie einen Kommentar von einem Facebook-Freund bekommen.
    Auf Facebook wird immer und überall kommentiert ich frage mich warum das in Blogs nicht gemacht wird?

    • ein Blogger ist für mich ein Mensch welcher eine Persönliche seite ins Netz stellt in dem er seine Interessen vertritt oder über themen bloggt welche ihn interessieren…. Ich kenne diesen Mensch jedoch nicht….
      Auf meiner FB seite , finde ich ein link zu einem Blog gepostet von einer meiner freunde……. Kommentieren tue ich logischerweise auf meiner FB seite und nicht in dem Blog. Warum ? weil es von einem freund oder freundin gepostet wurde und weil er /sie die meinung der Freunde dazu haben möchte …. so wird der Blog untereinander also unter freunden auf FB Kommentiert. Ich lese nicht viele Blogs da ich noch nicht genau kapiert habe wo ich/ wie ich sie finden kann,habe ich einen guten Blog entdeckt, verlinke ich diesen auf meine FB seite …… Kommentieren tue ich dann auf FB.
      Ausnahme wie jetz da ich diese Bloggerin persönlich kenne
      Blogs sind meistens unpersönlich,eine persönliche website ist schon FB nahe…..Blogs sind sehr beliebt leider aber meistens unter Blogger von Blogger ….glaube ich …..
      FB ist für mich nur eine verbindung zu meinen freunden und Familie,für meine mails gibt es mein mail program und ich freue mich über jeden interessanten link zu einem guten Blogger

  2. Auch ich nutze Facebook sehr regelmäßig und freue mich immer wieder, wenn mal Leute von dort aus über einen Link auf meinen Blog stoßen, so richtige Kommentarfreude kommt dabei aber auch nicht auf. Was leider immer wieder passiert: Ich Poste einen Link zu meiner Seite und die Kommentare zum Artikel erfolgen auf Facebook zu dem Link.

    @Phasenkasper: Ich vermute, dass es an der Bequemlichkeit liegt. Auf einer externen Seite muss man immer noch Daten hinterlegen, in Facebook selbst ist ja alles schon fertig, da muss ich einfach nur schreiben! Ein weiterer Punkt könnte die Rückmeldung sein. So kommen Antworten auf Facebook, aber bis ein Post wo anders gefunden wird und dann darauf geantwortet wird….

    Sehr schöner Artikel, ich kann dem Ganzen nur zustimmen!

  3. @Rene Auf die Bequemlichkeit würde ich das nicht schieben. Ich muss nur einmal meine Daten in das Formular eingeben und beim nächsten Mal ist es schon vorausgefüllt. Hier ist es ein bisschen anderes, weil man immer noch ein Captcha eingeben muss. Es nervt aber ich kommentiere trotzdem, weil ich eben etwas zu sagen habe.
    Vielleicht haben sie auch Angst ihr Daten in einen Blog zu schreiben, weil sie nicht wissen was mit den Daten passieren (aber was passiert mit meinen Daten bei Facebook!?). Oder sie haben keine Meinung zu dem Thema.
    Das sind alles aber nur Vermutungen. Eigentlich müsste man mal eine Umfrage starten.

    @Yvonne Klar kann man in Facebook kommentieren, aber dann wird dein Inhalt von dem Blog getrennt und andere können das nicht lesen oder darauf regieren. Deshalb finde ich es immer schön, wenn es zentral in einem Blog ist.
    Ich finde Blogs sogar viel persönlicher, weil man sich in diesen viel mehr austoben kann und man dort sein eigener Chef ist. Auf Facebook können eben nur die Leute teilhaben, die auch Facebook haben. Blogs sind für das ganze Internet offen.
    Wenn du gute Blogs suchst, dann fängst du mal hier in der Blogroll an und klickst dich durch. Bei mir findest du auch wieder eine Blogroll und so kann man relativ einfach Blogs finden.
    Katharina hat hier auch eine Liste mit deutschen Blogs veröffentlicht. .> http://www.frisch-gebloggt.de/blogging/gute-blogs-finden-und-abonnieren/

  4. Ich denke, das Problem beim Kommentieren liegt hauptsächlich bei der benutzten Technik.

    Ich persönlich lese Blogs mit einem RSS-READER. Jeden Tag nehme ich mir 15-30 Minuten Zeit und lese meine abonnierten Seiten. Wenn ich während des Lesens einen Kommentar abgeben möchte, kann ich das mit einem Knopfdruck machen.

    Wer allerdings auf Blogartikel nur über FACEBOOK aufmerksam gemacht wird, der sieht diese als Empfehlung von einem Freund und kommentiert dann wahrscheinlich auch gleich direkt auf Facebook – so dass der Freund, der den Artikel empfohlen/geteilt hat, den Kommentar auch gleich lesen kann. Da werden die Facebookler gar nicht weiter darüber nachdenken, es geht halt schnell und einfach, und es erscheint ihnen logisch.

    Wie kommen wir also zu MEHR KOMMENTATOREN in unseren Blogs? Ich glaube, wir müssen den nicht so internetaffinen Menschen ganz einfach erklären, was RSS-Reader sind und ihnen gute deutsche Blogs empfehlen. Und wir sollten klarer kommunizieren, dass wir uns über Kommentare auf unseren Blogs noch mehr freuen als über Kommentare auf Facebook:
    (1) weil Kommentare auf einem Blog von ALLEN und nicht nur FB-Usern gelesen werden können,
    (2) weil somit eine Diskussion entsteht und der Artikel für neue und alte Besucher somit noch interessanter wird und
    (3) weil der direkte Besuch auf dem Blog die Popularität des Blogs steigert (mehr Seitenaufrufe und Interaktion = besseres Ranking bei Google) und unsere LeserInnen uns somit unterstützen können.

  5. (Und dieser Captcha nervt immer noch ;))
    Ich hatte auch einen kleinen Denkfehler. Ich bin bei den Links auf Facebook davon ausgegangen, dass man als Blogger dort seine Beiträge veröffentlicht.
    Aber wenn ich jetzt einen Beitrag aus einen anderen Blog posten, dann macht das natürlich Sinn.
    Ich glaube man sollte mal eine Blogparade daraus machen, damit die Leute die Welt der Blogs und des Kommentieren kennenlernen.

  6. Ich habe mir auch erst neulich wieder vorgenommen mehr Blogs zu lesen, weil ich auch ein schreckliches Timeline-Kind geworden bin …

  7. Richtig! Facebook sollte nicht die persönliche “Zentrale” sein. Besser auf seinem “eigenen” Blog die Meinung äußern!

    Das kann man dann auch später nachvollziehen und wiederfinden.

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