Böse Kommentare & Cyber-Mobbing – die „Hater“ aus dem Internet

Stop the hate (Grant Stancliff/Flickr)

Bild: Grant Stancliff / Flickr

Beim Surfen im Internet stoßen wir immer wieder auf sie: Hass-Kommentare, in denen sich respektlos und verachtend über andere Menschen geäußert wird. Ob in Facebook, auf youTube, in Blogs oder auf anderen Webseiten: überall sind beleidigende, aggressive und bösartige Kommentare zu finden.

Teilweise gehen die Schreiber solcher Hasskommentare sogar so weit Mord-Drohungen auszusprechen. Erst vor wenigen Tagen berichtete Bettina Less vom NDR über die zahlreichen Kommentare, die täglich in den Internetforen der öffentlich-rechtlichen Webseiten geschrieben werden. Und wie schwer es ist mit solchen Kommentaren umzugehen.

Eines der heftigeren Beispiele für einen solchen Hass-Kommentar ist folgender:

„Ihr dreckigen Minusmenschen! […] Ihr gehört an euren Innereien an der Reichstagskuppel aufgehängt!“

Webseiten-Betreiber müssen sich mit solchen Hater-Kommentaren auseinandersetzen und entscheiden, wie sie damit umgehen. Webmaster und Moderatoren löschen in der Regel nur sehr ungern Kommentare, schließlich möchte man sich nicht vorwerfen lassen, dass auf der eigenen Webweite zensiert wird. Aber Beleidigungen und Morddrohungen möchte auch niemand auf seiner Seite stehen haben. Welche Kommentare sollte man als Webseitenbetreiber also online stehen lassen und welche nicht? Wo zieht man die Grenze?

Liegt es an der Anonymität im Netz?

Bei der Diskussion um Hass-Kommentare und Cyber-Mobbing wird sehr oft argumentiert, dass die Anonymität im Netz daran schuld sei, dass es dieses Phänomen überhaupt gibt. Würden wir alle nur noch mit unserem echten Namen im Internet unterwegs sein und könnten wir uns nicht mehr hinter Nicknames und Pseudonymen verstecken, wäre die Online-Welt eine bessere – so die Theorie. Aber ist das wirklich so? Gäbe es dann keine Hasskommentare und kein Cybermobbing mehr?

Es ist keinesfalls bewiesen, dass Klarnamen automatisch zu einem zivilisierteren Diskurs im Internet führen. Im Gegenteil: wir wissen von Facebook – wo es eine Klarnamenspflicht gibt – dass die User auch unter Ihrem echten Namen beleidigen und Morddrohungen aussprechen. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass Anonymität im Internet an vielen Stellen auch sehr wichtig ist. Regimekritische Blogger könnten ihre Arbeit sofort einstellen, wenn sie nicht verhaftet werden wollen. In Foren für Missbrauchsopfer, junge Schwule oder beispielsweise Betroffene von Krankheiten und Süchten würde sich niemand mehr äußern, aus Angst davor geoutet zu werden. Ein Internet ohne Anonymität? Das wäre ein Netz, in dem die freie Meinungsäußerung schwer leiden würde und der Austausch von intimen Problemen und Nöten kaum mehr möglich wäre. Eine grauenvolle Vorstellung!

Warum „haten“ wir so viel im Netz?

Diese Frage hat sich PULS-Reporter Michael Bartlewski gestellt und einen Monat recherchiert.

Hier zwei interessante Videos dazu:

 

Sechs Gründe, warum Menschen im Netz zu Hatern werden

 

Warum haten wir so viel im Netz?

 

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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3 Antworten

  1. Heike schrieb zu diesem Artikel einen interessanten Kommentar auf Facebook, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
    „Um diesen Hatern keinen Nährboden zu geben, kommentiere ich äußerst selten bis eigentlich gar nicht auf Themen, die brisant sind. Stets wird man persönlich angegriffen. Selbst bei einer simplen öffentlichen Anfrage bei einer Wohnungssuche, wie es mir letzte Woche passiert ist. Da wurde ich öffentlich ausgelacht. Diese Unverschämtheit hätte sich die „Dame“ persönlich sicher nicht getraut. Stets will jeder seinen Senf dazu geben. Deshalb poste ich nur Spassthemen und nie ernsthafte Sachen. Dies bespreche oder diskutiere ich lieber persönlich mit Bekannten und Freunden.“

  1. 28. November 2014

    […] Katharina fasst zusammen: Böse Kommentare & Cyber-Mobbing – die „Hater“ aus dem Internet […]

  2. 4. Februar 2015

    […] den Gründen für Hass im Internet ist schon viel Kluges gesagt worden, zum Beispiel hier oder hier. Die Anonymität im Netz ist dem Hass natürlich förderlich, aber wie gesagt, viele […]

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