Nach Steve Jobs kam Tim Cook. Jetzt übernimmt John Ternus

Tim Cook and John Ternus at Apple Park | Apple.com
Ich hatte damals tatsächlich Tränen in den Augen. Als Steve Jobs am 5. Oktober 2011 starb, mit 56 Jahren, nach einem langen Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs, war mir sofort klar: das ist das Ende von etwas Einzigartigem. Und ich habe mich innerlich schon darauf eingestellt, dass Apple nie mehr sein wird, was es war. Weil es schlicht unmöglich ist! Nicht wegen mangelnder Kompetenz der Nachfolger, sondern weil Menschen wie Steve Jobs schlicht nicht ersetzt werden können. Er war kein klassischer Manager. Er war ein Unikat.
Was jetzt passiert
Tim Cook tritt als CEO zurück. John Ternus übernimmt. Cook wird Executive Chairman des Boards, eine Art Aufsichtsratsvorsitzender. Der Wechsel ist offiziell für den 1. September 2026 geplant. Parallel dazu übernimmt Chip-Architekt Johny Srouji Ternus‘ bisherigen Posten als Hardware-Chef, mit einem neuen Titel: Chief Hardware Officer. Cook bleibt damit als Apples Chefdiplomat an Bord, besonders wichtig gerade in Zeiten von Handelszöllen und App-Store-Regulierung. Und ja: das ist meiner Meinung nach ein kluger Zug.
Tim Cook hat keinen schlechten Job gemacht
Ich will das klarstellen, weil es leicht missverstanden wird. Tim Cook hat Apple nicht schlecht geführt oder gar ruiniert. Unter seiner Führung ist der Marktwert von rund 350 Milliarden auf 4 Billionen Dollar gestiegen, der Jahresumsatz hat sich von 108 auf über 416 Milliarden Dollar fast vervierfacht. Das ist beachtlich!
Aber Jobs war „Editor in Chief“ des Produkts. Kein Feature verließ Apple ohne, dass er es sich genau angesehen und es freigegeben hat. Diesen Posten wollte und konnte Cook nicht ausfüllen. Ein Buch des NYT-Reporters Tripp Mickle beschreibt, wie nach Jobs Tod die kreative Seele von Apple hinter der Maschine verschwand und die Bürokratie zum Antrieb wurde. Und genau das spüre ich als langjährige Apple-Userin. Es trifft mich jedes Mal aufs neue, wenn ich neue Apple Produkte kaufe oder Updates mache. Ein Beispiel: Das Sortierproblem im Finder unter macOS Tahoe. Ist für manche eine Kleinigkeit. Mich stört es massiv. Und ich bin überzeugt: genau solche Bugs hätte Steve Jobs nie durchgelassen. Er hätte das System schlicht nicht freigegeben. Solche Details waren ihm heilig. Und ich frage mich, ob Ternus diesen Blick für das Kleine hat. Ich hoffe es sehr. Doch das ist nur eine kleine Sache. Dann ist da noch Siri. Sie ist eine Katastrophe! Die vollständige KI-Überarbeitung wurde von 2025 auf 2026 verschoben, nicht aus strategischen Gründen, sondern wegen grundlegender Qualitätsprobleme. Oder das Smart-Home-Display! Es ist technisch seit Monaten fertig. Apple will es trotzdem nicht rausbringen, weil die neue Siri noch nicht bereit ist.
Ich hätte übrigens eine sehr lange Liste. Was hakt, wo kleine Stellschrauben viel bewirken könnten, was Apple seinen Nutzern schon längst schuldet. Manchmal denke ich: Ladet mich einfach mal ein. Ich bringe meine Liste mit.
Warum Ternus Hoffnung macht
John Ternus ist seit 2001 bei Apple und hat an iPhone, iPad, AirPods und Apple Watch mitgearbeitet. Er ist Ingenieur, Produktmensch durch und durch. Kein Finanzstratege, kein Lobbyist. Jemand, der Dinge baut und weiß, wie sie entstehen. Seine wohl größte Aufgabe wird es sein, Apple tiefer in die KI zu führen, wo das Unternehmen hinter der Konkurrenz zurückliegt.
Was mich zusätzlich beruhigt: Cook verschwindet nicht. Er bleibt als Netzwerker und politischer Puffer. Ternus kann seine eigene Handschrift entwickeln, ohne den Konzern zu destabilisieren. Das ist eine vernünftige Übergabe. Er wird natürlich nie Steve Jobs sein. Niemand wird das. Aber vielleicht muss er das auch gar nicht. Vielleicht reicht es, wenn er wieder anfängt, Produkte mit der Akribie eines Menschen zu machen, dem Details nicht egal sind. Ich bin gespannt. Und bin vorsichtig optimistisch.
Was hältst Du von John Ternus? Lass es mich in den Kommentaren wissen.





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