Heute ist Walpurgisnacht: stehst Du auch auf der Seite des Lichts?

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Heute Nacht ist Walpurgisnacht. Für mich kein Datum für Hexenkostüme oder Partylaune, sondern eine Nacht, die wir als Anlass nehmen sollten, einmal über das Licht, das Gute und den Frieden nachzudenken.

Was diese Nacht wirklich bedeutet

Lange bevor das Christentum den ersten Mai mit der heiligen Walpurga belegte, war dieser Übergang schon heilig. Die Kelten nannten das Fest Beltane, in manchen Regionen auch Bentane, und es war keine Volksbelustigung. Es war ein Ritual. Ein ernsthafter, respektvoller Akt des Übergangs. Das Maifeuer wurde entzündet, nicht als Dekoration, sondern als Handlung, als Zeichen: das Dunkel weicht, das Licht kommt. Dieser Moment verdiente Aufmerksamkeit. Und er tut es noch heute.

Denn diese Feste wurden nicht erfunden. Sie entstanden. Aus der Beobachtung der Natur, aus dem Rhythmus des Jahres, aus dem Wissen, dass der Mensch Teil von etwas Größerem ist. Wir stehen nicht über der Natur, auch nicht am Rande, sondern sind Teil von ihr. Die Maifeuer brennen auch heute noch. In Schweden feiern ganze Städte Valborg mit Singen, Summen und gemeinsamem Feuer. In Irland und Schottland lebt Beltane in paganen Gemeinschaften weiter. Und auch in Deutschland gibt es Menschen, die diese Nacht bewusst begehen. Sie sehen die Walpurgisnacht als Schwelle, als Einladung an das Licht, als bewussten Schritt dem Frühling entgegen.

Der Tanz in den Mai, der schwerer ist als sonst

Der Tanz in den Mai steht für Lebensfreude, für Aufbruch, für die helle Jahreszeit, die jetzt beginnt. Aber in diesem Jahr liegt etwas Schweres auf diesem Frühling. In der Ukraine sterben noch immer Menschen. Jeden Tag, seit über vier Jahren. Hinzukommt der Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Dieser hat das geopolitische Gefüge in eine neue, gefährlichere Phase geschoben, mit Konsequenzen, die niemand vollständig überblickt.

Was dabei wirklich beunruhigt: die Stille drumherum. Wo sind die Friedensdemos? Wo ist das laute, kollektive Nein? Wo ist die Energie, die früher auf die Straße ging, mit Kerzen, mit Schildern, mit Stimmen? Dieses Lärmen für den Frieden fehlt. Und dann passieren Dinge, die mich stutzig machen. Deutschland hat sein Wehrpflichtgesetz geändert. Ein Register aller Wehrfähigen wird aufgebaut. Im neuen Gesetz steht zudem: Männer zwischen 17 und 45 Jahren sollen sich vor längeren Auslandsreisen bei der Bundeswehr abmelden. Das Verteidigungsministerium hat das zwar heruntergespielt, doch es steht schwarz auf weiß im Gesetz. Und Gesetze gelten. Und das ist noch nicht alles. Volkswagen erwägt, ein Werk auf Rüstungsproduktion umzustellen. Da drängt sich die Frage auf, und sie verdient laut gestellt zu werden: Bereitet sich Deutschland auf den Krieg vor?

Aufrüstung ist keine Antwort auf eine Welt, die brennt. Krieg ist und kann niemals eine Antwort auf einen Konflikt sein. Krieg tötet und zerstört.

Diese Nacht sollte uns nachdenklich stimmen

Beltane, Walpurgisnacht, der Übergang in die helle Zeit, all das hatte immer eines gemeinsam: die Erinnerung, dass das Leben stärker ist als der Winter. Vor diesem Tanz in den Mai, vor dem Aufbruch in die Jahreszeit des Lichts, lohnt es sich, an etwas zu erinnern: Frieden ist kein Zustand, der einfach passiert. Er ist eine Entscheidung. Eine täglich neu getroffene Entscheidung. Sie mag manchem naiv erscheinen. Sie ist es nicht.

Für Frieden einzutreten ist keine Romantik. Es ist das Vernünftigste, was wir tun können.

Zünd heute Nacht ein Feuer an. Oder eine Kerze. Und denk kurz daran, wofür Du in diesem Jahr eintreten willst.

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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