Live-Übersetzung mit den AirPods Pro

Es war mal wieder so weit: ich brauchte neue Kopfhörer und wollte mir neue Apple InEars zulegen. Sie haben einen super Sound, funktionieren zuverlässig und haben einige gute Features. Mein ursprünglicher Plan war erstaunlich vernünftig: maximal 170 Euro ausgeben, gern ein älteres Modell. Dann kam Black Friday und mit ihm ein Angebot, das meine Pläne elegant aushebelte. Die AirPods Pro 3 lagen nur knapp über meinem Budget, genau in dieser verführerischen Grauzone, in der man sich selbst einredet, dass es fahrlässig wäre, nicht zuzuschlagen. Gesagt, getan. Neueste Generation, teuerstes Modell und sofort war klar, worauf ich wirklich neugierig war: die Live-Übersetzung direkt im Ohr.
Zukunft im Ohr
Die Idee ist einfach, aber genial. Jemand spricht eine andere Sprache und Du verstehst ihn sofort, ohne das Handy herauszuholen, ohne hektisches Tippen und ohne peinliches Warten auf die Übersetzung. Stattdessen flüstern die AirPods Dir ins Ohr, was gerade gesagt wurde. Es fühlt sich an, als hätte man ein zusätzliches Sprachzentrum im Kopf, eine kleine Science-Fiction-Vision für den Alltag.
Technisch läuft das erstaunlich rund. Die AirPods sind mit dem iPhone verbunden, die Übersetzer-App hört zu, erkennt gesprochene Wörter, übersetzt sie in Echtzeit und spielt das Ergebnis direkt ins Ohr. Spricht das Gegenüber deutlich und nicht zu schnell funktioniert das verblüffend gut. Auch das Aktivieren der Funktion ist einfach. Beide Ohrstöpsel gleichzeitig gedrückt halten und sie schalten automatisch in den Dolmetscher-Modus.
Wann kommen mehr Sprachen?
Dann folgt die Ernüchterung. Die Auswahl der unterstützten Sprachen ist noch sehr begrenzt. Die Klassiker sind dabei, alles andere bleibt außen vor. Die Live-Übersetzung auf AirPods ist in Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch verfügbar sowie Italienisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch (traditionell und vereinfacht). Bei so wenigen Sprachen werden viele Nutzer enttäuscht sein. Auch ich war enttäuscht, mir persönlich fehlen Polnisch und Norwegisch. Und leider fand ich nirgendwo eine Aussage darüber, wann welche Sprachen hinzukommen sollen.
EU-Regulierungswut
Die AirPods Pro 3 kamen in Europa übrigens zunächst ohne die Live-Übersetzungsfunktion auf den Markt, während Nutzer in anderen Ländern sie sofort nutzen konnten. Warum das so war, lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: die strikten stehlen der Europäischen Union. Die EU liebt Vorschriften so sehr, dass sie früher sogar bestimmen wollte, wie stark eine Gurke gebogen sein darf, um ins Supermarktregal zu gelangen. Das war noch zum Lachen, heute aber wirkt der gleiche Regulierungsdrang bei neuer Technologie nur hemmend. Jede Funktion wird erst einmal durch einen Dschungel aus Datenschutzauflagen, Zuständigkeiten und Gutachten geschleust. Offiziell soll das die Bürger schützen, in der Praxis bremst es Innovation, schränkt Möglichkeiten ein und raubt den Bürgern der EU Freiheiten.
Mein bisheriges Fazit
Nach einigen Wochen mit den AirPods Pro 3 kann ich eines sicher sagen: ich bereue diese Anschaffung nicht. Der tolle Sound, die beeindruckende Geräuschunterdrückung, der angenehme Sitz im Ohr: ich bin ein Fan dieser Kopfhörer! Obwohl sie trotz Black-Friday-Schnäppchen für meinen Geschmack immer noch zu teuer sind!
Die Live-Übersetzung allerdings nutze ich tatsächlich nur sehr selten und derzeit nur für chinesisch. Wir haben eine chinesische Mama auf dem Spielplatz und da ist es schon sehr praktisch. Allerdings ist es nicht wirklich ein fließendes Unterhalten in einer mir unbekannten Sprache. Aber es ist beeindruckend und es funktioniert. Die Live-Übersetzungsfunktion zeigt sehr klar, wohin die Reise gehen kann. Doch die große Frage steht im Raum: wann legt Apple nach? Wann kommen mehr Sprachen? Wann wird aus dieser beeindruckenden Demonstration ein Feature, das viel mehr Menschen erreicht?





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