Zu viele Abos? Diese Spartipps helfen

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Wir leben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Inflation der letzten Jahre hat tiefe Spuren hinterlassen. Lebensmittel sind teurer geworden, die hohen Energiekosten und die hohen Benzinpreise belasten den Geldbeutel und auch die Mieten steigen in vielen Städten unaufhörlich. Die Kaufkraft ist gesunken, die Ersparnisse bei vielen geschrumpft, und nicht wenige jonglieren jeden Monat sorgfältig mit ihrem Budget. Ausgerechnet in dieser Situation hat sich parallel dazu ein Kostenmodell fest in unserem digitalen Alltag verankert, das so unauffällig funktioniert, dass man es kaum bemerkt, bis man einmal wirklich genau hinschaut: Abos. Für Streaming. Für Software. Für Cloud-Speicher. Für KI-Tools. Für Sicherheit. Für Produktivität. Jedes einzeln kaum der Rede wert. Zusammen aber ein Posten, der sich Monat für Monat summiert, still, automatisch und per Lastschrift.

Ich werde von Freunden und Familienmitgliedern regelmäßig gefragt, ob ich als „Nerd“ und „Technikfreak“ nicht wüsste, wie man da Geld sparen kann. Und ehrlich gesagt verstehe ich sie gut. Denn die ganzen Abos sind ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt.

Wie das Abo zur Normalität wurde

Es begann harmlos. Netflix statt DVDs, Spotify statt CD-Regal. Das war noch nachvollziehbar, sogar günstig im Vergleich. Dann kamen die Software-Anbieter auf den Geschmack. Adobe, Microsoft, inzwischen sogar Apple. Statt einmaliger Kauflizenz plötzlich monatliche Miete für Programme. Und jetzt, als wäre das nicht genug, wiederholt sich dasselbe Muster mit künstlicher Intelligenz. ChatGPT, Claude, Grok, Midjourney, Perplexity. Jedes Tool bietet Abos, die mehr Funktionen oder längere Nutzungsdauer versprechen. Wer in einem technisch geprägten Berufsfeld arbeitet, hat schnell mehrere davon laufen, jedes mit einer eigenen Stärke, jedes mit einer eigenen Rechnung. Meine Oma hätte das wohl mit den Worten kommentiert: „Kleinvieh macht auch Mist!“. In diesem Fall allerdings einen Misthaufen, den wir lieber vermeiden wollen!

Was sich wirklich ansammelt

Hier mal eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was bei vielen Nutzerinnen und Nutzern im Hintergrund läuft:

  • Video-Streaming: Netflix, RTL Plus, Amazon Prime, Disney+
  • Audio-Streaming: meist Spotify oder Apple Music
  • Cloud-Speicher: iCloud, OneDrive, Google One, gelegentlich parallel
  • Software und Tools: Microsoft 365 (Office-Apps), Adobe Creative Cloud (Kreativtools), Canva Pro
  • Sicherheit: Sicherheitssoftware wie Kaspersky oder Norton, VPN
  • KI: ChatGPT, Claude, Grok, Midjourney, und/oder Perplexity
  • Gaming: PlayStation Plus, EA Play, Xbox Game Pass, Apple Arcade oder Nintendo Switch Online
  • Zeitungen und Magazine: Spiegel+, Zeit, FAZ, Stern
  • Fitness: Strava, Freeletics, Peloton, Gymondo, Apple Fitness
  • Video-Calls und Kommunikation: Zoom Pro oder Teams

Jeder einzelne Posten lässt sich rechtfertigen. Aber wer einmal all diese Abos zusammenrechnet, der wird schnell blass um die Nase. Und dann kommen die Fragen: Brauche ich wirklich so viele Abos? Und wo kann ich sparen ohne auf bestimmte Dienste verzichten zu müssen?

Erst der Überblick, dann die Entscheidung

Bevor Du über Einsparungen nachdenkst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf den Kontoauszug. Und dann schaue, ob Du wirklich noch alles nutzt und überall eine „Pro-Verson“ brauchst.

Hier ein paar Tipps zum Sparen bei Abos:

  • Jahresabo statt Monatstarif: Wer ein Tool dauerhaft braucht, spart durch Jahreszahlung oft 20 bis 40 Prozent. Das ist kein Geheimtipp, aber erstaunlich viele vergessen ihn.
  • Gruppen- und Familienlizenzen: Viele Dienste, von Spotify bis Apple One bis hin zu Business-Tools, bieten Gruppen- bzw. Familienlizenzen an. So lassen sich Abos teilen und werden schlagartig deutlich günstiger.
  • Kostenlose Alternativen ernstnehmen: GIMP statt Photoshop, LibreOffice oder Apple iWork statt Microsoft 365. Der Unterschied liegt oft weniger in der Qualität als in der Gewohnheit. Es lohnt sich also wirklich einfach mal eine kostenlose Software-Alternative auszuprobieren.
  • Gebrauchte Lizenzen kaufen: Das ist der Tipp, den viel mehr Menschen beherzigen sollten, denn er ist völlig legal. In der EU ist der Weiterverkauf von Softwarelizenzen durch ein EuGH-Urteil ausdrücklich erlaubt. Wer einen gebrauchten Software-Lizenzschlüssel für beispielsweise Windows oder Microsoft Office auf einer seriösen Plattform kauft, zahlt einen Bruchteil des Neupreises und bekommt dasselbe Produkt. Wichtig: auf eine Übertragungsbestätigung achten und nur bei verifizierten Händlern kaufen.
  • Eine Plattform, mehrere KI-Tools: Die großen Sprachmodelle können inzwischen sehr viel: schreiben, recherchieren, coden, Bilder und Videos erstellen. Ein gut gewähltes Abo bei einem Anbieter, der gleich mehrere KI-Modelle anbietet, ersetzt zwei oder drei Einzelabos, besonders bei der Bild- und Videoerstellung.

Am Ende ist es eine Frage der Aufmerksamkeit

Das es so viele Abo-Modelle gibt ist kein Zufall. Es ist Kalkül. Die Anbieter wissen, dass kleine Beträge selten hinterfragt werden, dass Kündigungen aufgeschoben werden und dass Komfort schwerer wiegt als Kontrolle. In wirtschaftlich angespannten Zeiten lohnt es sich, diesen Automatismus zu unterbrechen und bewusst zu entscheiden, was einem den monatlichen Preis wirklich wert ist.

Hast Du Deinen Abo-Check schon gemacht? Falls nicht, eine Viertelstunde reicht. Und der Erkenntnisgewinn ist, gelinde gesagt, erhellend!

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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