Rechtssicher mit KI arbeiten

Als Inhaberin einer Online-Marketing-Agentur werde ich inzwischen fast tagtäglich mit einem Thema konfrontiert, das meine Kunden momentan umtreibt: was sie mit KI eigentlich dürfen und was nicht. Die Fragen meiner Kunden sind dabei vielfältig: „Darf ich die Texte, die ich mit ChatGPT erstellt habe, bedenkenlos nutzen?“ „Kann ich die KI-Bilder für meine Social-Media-Kampagnen einsetzen?“ „Und was ist mit den Ideen oder Konzepten, die ich mir von KI generieren lasse, gehören die mir oder riskiere ich damit rechtliche Probleme?“
Weil das Thema gerade so gefragt ist und ständig neue Unsicherheiten auftauchen, dachte ich mir, ich schreibe diesen Beitrag. Hier erfährst Du, wie Du KI kreativ einsetzen kannst, ohne dass Dir rechtliche Fallstricke im Weg stehen. Ich bin zwar kein Anwalt und gebe keine Rechtsberatung, aber meine Tipps sind verständlicher, praxisnaher und deutlich weniger trocken als Juristendeutsch, so viel kann ich versprechen.
Arbeiten mit KI – Was darf ich und was besser nicht?
KI ist überall. Sie schreibt Texte, malt Bilder, komponiert Musik. Ein wahrer Traum für alle Kreativen und Wissensarbeiter. Bevor Du aber freudig auf „Generieren“ klickst, solltest Du ein paar Dinge wissen, vor allem wenn es um Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte geht. Ich erkläre Dir, worauf Du achten musst, damit Dein KI-Experiment nicht nach hinten losgeht.
Urheberrecht und wer als Schöpfer gilt
Das Urheberrecht schützt kreative Werke wie Texte, Fotos, Musikstücke oder Software. KI kann keine Urheberrechte besitzen. Nur Menschen gelten als Urheber.
Für Dich heißt das: Wenn Du eine KI nutzt, um Texte oder Bilder zu erstellen, bist Du im Grunde derjenige, der das Werk veröffentlicht. Freiheit klingt gut, Verantwortung ist Pflicht.
Wichtige Punkte:
- Quellencheck: KI-Modelle trainieren auf bestehenden Daten. Sie können Inhalte reproduzieren, die urheberrechtlich geschützt sind. Einfach weiterverwenden kann Ärger bringen. Deshalb: überprüfen, ob die KI Inhalte woanders „geklaut“ hat.
- Kommerzielle Nutzung prüfen: Gerade bei Verkauf oder Marketingmaterial solltest Du prüfen, ob Du die KI-Ausgabe tatsächlich nutzen darfst. Nicht jedes automatisch generierte Foto oder Video ist erlaubt.
Persönlichkeitsrechte im Blick behalten
KI kann auch Fotos, Stimmen und Videos manipulieren. Spannend für Marketing oder Social Media? Stopp. Persönlichkeitsrechte gelten auch online.
Das bedeutet:
- Keine Promis ohne Erlaubnis: Ein KI-generiertes Bild von Angela Merkel in Flipflops mag lustig sein, kann juristisch aber problematisch sein.
- Privatpersonen schützen: Freunde, Nachbarn oder Kollegen dürfen nicht einfach als Vorlage für KI-Bilder dienen. Zustimmung einholen oder anonymisieren ist Pflicht.
- Deepfakes vorsichtig nutzen: Memes machen Spaß, aber sobald eine Person erkennbar ist, kannst Du schnell in rechtliche Schwierigkeiten geraten. Und das gilt es schließlich zu vermeiden.
Tipps für den Alltag mit KI
Damit Du KI legal und entspannt nutzen kannst, hier ein paar konkrete Vorschläge
- Achtung, die KI lügt! Man nennt das KI-Halluzinationen und die können nicht nur zu peinlichen, sondern auch zu teuren Situationen führen. Damit Du keine Fehlinformationen verbreitest, ist es wichtig alle Ergebnisse, die eine KI ausspuckt, immer auf Richtigkeit zu überprüfen.
- Prüfe die Nutzungsbedingungen der KI-Plattform: Wenn Du die Ergebnisse eines KI-Tools nutzen möchtest, lese Dir vorher durch, was diese Plattform erlaubt und was nicht
- Lasse Deine Ideen einfließen: KI liefert Vorschläge, Du machst den Feinschliff. So bleibt es Dein Werk und Du reduzierst Urheberrechtsrisiken.
- Datenschutz beachten: KI-Anwendungen speichern oft die Eingaben. Achte immer darauf, keine sensiblen Daten oder personenbezogenen Infos (z.B. Kundendaten) einzugeben. Wenn Du Datenschutz ignorierst, kann das teuer werden.
Vorsichtig sein lohnt sich
KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Freifahrtschein. Wer blind auf „Generieren“ klickt und das Ergebnis öffentlich nutzt, riskiert Urheberrechtsverletzungen, Persönlichkeitsrechtsverletzungen und vielleicht auch ein böses Erwachen. Wer die Regeln kennt und beachtet, kann kreativ werden, effizient arbeiten und rechtlich auf der sicheren Seite bleiben. Experimentiere und sei neugierig, aber achte immer darauf, Fakten zu prüfen und Urheber- sowie Persönlichkeitsrechte zu respektieren.





Neueste Kommentare