Die Rainbow Warrior III macht Zwischenstop auf Gran Canaria

Rainbow Warrior III / Gran Canaria 2012

Rainbow Warrior III / Gran Canaria 2012

Bis gestern Abend hatten wir auf Gran Canaria ein sehr berühmtes Schiff im Hafen stehen: die Rainbow Warrior III der Umweltschutz-Organisation Greenpeace. Und so habe ich mich für Euch auf den Weg gemacht, um das neue Greenpeace-Schiff einmal live in Augenschein zu nehmen und vielleicht auch ein paar Worte mit der Crew zu wechseln.

Die Rainbow Warrior III lag bis Mittwoch Abend im Hafen „Puerto de la Luz“ von Las Palmas. Sie befindet sich derzeit auf ihrer ersten großen Fahrt und hat nach mehreren europäischen Zwischenstopps nun die US-amerikanische Großstadt New York als Ziel. Vom Geburtsort Bremen aus steuerte das Aktionsschiff bereits Hamburg, Amsterdam, London, Stockholm, Marseille, Genua und Barcelona an.

Sie ist das erste Schiff, das Greenpeace mit Hilfe von Spenden komplett neu und ganz nach eigenen Wünschen bauen ließ. Das 23 Millionen Euro teure Schiff wurde übrigens aus Kleinspenden finanziert, denn Großbeiträge der Industrie waren unerwünscht.

Die 50 Meter hohe Takelage macht das neue Greenpeace Flagg-Schiff nicht nur zu einem leistungsfähigen Segler, sondern auch zu einem sehr umweltfreundlichen Vehikel. Sie ist als Grünes Schiff zukunftsweisend, denn es sind die 1.300 Quadratmeter großen Segel, die das Schiff vorantreiben. Nur bei schlechten Wetterbedingungen fährt die Rainbow Warrior mithilfe von Dieselmotoren mit einer Abgasreinigungsanlage über die Meere. Zudem ist noch ein Elektromotor an Bord vorhanden, der das Schiff bei kleinen Geschwindigkeiten antreiben kann. Doch die neue Rainbow Warrior hat bezüglich des Umweltschutzes noch mehr vorzuweisen: nicht nur der Müll wird direkt an Bord sortiert, auch das Trinkwasser wird direkt aus dem Meer gewonnen und das Abwasser des Regenbogenschiffs wird auch wieder aufbereitet.

 

Doch die Rainbow Warrior III hat noch viel mehr zu bieten:

  • Speziell entwickelte Kräne können die zahlreichen Schlauchboote an Bord blitzschnell zu Wasser lassen
  • Der Hubschrauber-Landeplatz an Deck ermöglicht Lufteinsätze auf hoher See
  • Kommunikationssysteme senden Bilder und Informationen an die Medien – weltweit, auch direkt von hoher See.
  • Auch ein Hospital und ein Kampagnenbüro befindet sich auf der Rainbow Warrior III

 

Rainbow Warrior III / Gran Canaria 2012

Rainbow Warrior III / Gran Canaria 2012

 

Weit im Inneren des Hafens von Las Palmas fand ich das Regenbogen-Schiff gestern an der „Muelle Reina Sofia“. Ich sprach auch ein paar Worte mit der Crew, die sich vor einem bevorstehenden Training noch einen Kaffee gönnten. Am Abend sollte die Rainbow Warrior III auslaufen und ich spürte die Aufbruchstimmung an Bord deutlich. Ein Teil der jungen Crew stand an Bord, alle mit einem Lächeln im Gesicht und sie begegneten einem neugierigen Besucher wie mir sehr aufgeschlossen und herzlich. Und ich bewunderte die freundlichen Männer und Frauen sehr, denn eines war mir bewusst: all diese Menschen gehen als Aktivisten und Besatzung der Rainbow Warrior ein großes Risiko ein. Es kann lebensgefährlich sein, auf dem Flagg-Schiff von Greenpeace gegen Walfang, Treibnetzfischerei, Atomkraft, Abholzung der Regenwälder und andere wichtige Themen zu protestieren. Und so wünschte ich der Besatzung viel Glück und eine gute Fahrt.

Rainbow Warrior III / Gran Canaria 2012

Rainbow Warrior III / Gran Canaria 2012

 

Gefahr für Greenpeace-Aktivisten an Bord der Rainbow Warrior

1985 wurde die erste Rainbow Warrior vom französischen Geheimdienst mit einen Bombenanschlag angegriffen. Der Fotograf und Greenpeace-Aktivist Fernando Pereira kam dabei ums Leben, das Schiff sank.

1995 wurde die Rainbow Warrior II bei einer Protestfahrt gegen die wiederaufgenommene Atombomben-Testreihe der französischen Regierung im Südpazifik gerammt und unter Einsatz von Gewalt und Tränengas von der französischen Marine geentert.

Der engagierten Besatzung auf der Rainbow Warrior III ist zu wünschen, dass sie solchen Anschlägen und Attacken nie ausgeliefert sein wird.

Weitere interessante Fakten zur Rainbow Warrior III:

Länge: 57,92 Meter
Breite: 11,3 Meter
Tiefgang: max. 5,15 Meter
Besatzung: max 32 Personen
Geschwindigkeit: 14 Knoten (unter Segeln)

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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1 Antwort

  1. Es macht Spass, einen derart lebendigen Beitrag der Bloggerin zum Thema „persönliches Engagement“ zu lesen. Immer hatte ich das Gefühl, ihr über die Schulter schauen zu dürfen. Und irgendwie wurde immer ein wenig mitgelitten. Toll und einfühlsam.

    In einem aber muss ich der Schreiberin widersprechen. Ich wünsche der Warrior III den gleichen starken Kampf gegen alle wirtschaftlichen Ausbeuterinteressen. Auch wenn dabei die Besatzung immer ihr Leben aufs Spiel setzt. Ohne diese mutigen Menschen werden sich wirtschaftlicher Raubbau und Vernichtung der Umweltressourcen nicht stoppen lassen. Ich hoffe nur, das es kein Menschenleben fordert.

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