Beginn des Weltklima-Gipfels in Durban – dürfen wir hoffen?

Obama... (Bild: Greenpeace)

Obama... (Bild: Greenpeace)

Vor wenigen Wochen hat das US-Energieministerium die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen vorgelegt. Und das Ergebnis ist absolut erschreckend: der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist 2010 stärker angestiegen als je zuvor. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze sechs Prozent gestiegen und liegt jetzt bei rund 33,2 Milliarden Tonnen.

Grund für die drastisch steigenden Zahlen sind vor allem China und Indien, die derzeit immer mehr neue Kohlekraftwerke für die Stromversorgung in Betrieb nehmen. China verursacht inzwischen ganze 25 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen und belegt somit Platz 1 im Emissions-Ranking. Dicht gefolgt von den USA und Indien, sowie Russland und Japan. Deutschland ist weltweit der sechstgrößte Produzent von Treibhausgasen.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (Abk.: IPCC; zwischen- staatlicher Ausschuss für Klimaänderungen, auch als Weltklima-Rat bezeichnet) stellte schon vor einigen Jahren fest, dass der Klimawandel schon längst stattfindet. Der wissenschaftliche Bericht des IPCC zeigt, dass sich unsere Erde in den letzten Jahren schon um mehr als 0,74 Grad Grad Celsius erwärmt hat. Die Prognosen zeigen zudem einen Temperaturanstieg von bis zu 6,4 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts an, wenn wir unserer Treibhausgasemissionen nicht deutlich verringern.

Ernsthaft müssen wir uns fragen: lässt sich das Ziel, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad zu begrenzen, überhaupt noch umsetzen? Die ernüchternde Antwort: höchstwahrscheinlich nicht.

Aber was hat das für Folgen? Laut IPCC werden wir mit mehr Hitzeperioden und weniger Kälteperioden rechnen müssen. Und auch die Zahl der Starkniederschläge und Sturmfluten werden ansteigen. Wahrscheinlich werden Dürren über Mitteleuropa, der Mittelmeerregion und Südafrika hereinbrechen. Und in den USA, der Karibik und auf kleineren tropischen Inseln werden wir uns auf noch stärkere Wirbelstürme einstellen müssen. Zuletzt wird durch den Klimawandel auch die Gletscherschmelze weiter vorangetrieben. Diese führt in den Bergregionen zunächst zu einem erhöhten Risiko von Überschwemmungen, aber in vielen Gebieten auch zu einem sich verschärfendem Wassermangel. Eine weitere Folge der Gletscherschmelze ist ein globaler Anstieg des Meeresspiegels. Alles in allem eine sehr düstere und äußerst bedrohliche Aussicht in die Zukunft.

Weltklima-Gipfel in Durban (Foto: UNclimatechange/Flickr)

Weltklima-Gipfel in Durban (Foto: UNclimatechange/Flickr)

Um so wichtiger ist es, dass auf dem Weltklima-Gipfel im südafrikanischen Durban nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ende nächsten Jahres läuft das sogenannte Kyoto-Protokoll aus. Darin hatten sich alle beteiligten Industriestaaten (ausgenommen der USA) verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen von 1990 bis 2012 um insgesamt fünf Prozent zu reduzieren. Deutschland hatte sogar eine Minderung von 21 Prozent zugesagt; ein Ziel, das tatsächlich erreicht wurde. In den USA dagegen sind die CO2-Emissionen seit 1990 um elf Prozent gestiegen. Nur mit einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls können China, Indien und andere Schwellenländer zu eigenen Minderungszielen bewegt werden. Daher können wir nur hoffen, dass der Weltklima-Gipfel handfeste Ergebnisse bringt und zu einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls führt. Aber auch die Schaffung von Einnahmequellen für den UN-Klimafond ist ein wichtiges Thema auf der Klima-Konferenz. Denn wenn den Entwicklungsländern kein Geld für den Klimaschutz bereit gestellt wird, wird der Klimawandel kaum noch aufzuhalten sein.

Eine weitere Frage, die wir uns alle unbedingt stellen sollten: was kann ich selbst gegen den Klimawandel tun? Die einfache Antwort ist: Energie sparen. Das bedeutet ganz konkret:

  • Stromfresser, wie beispielsweise alte Kühlschränke, aus dem Haushalt verbannen
  • Elektrogeräte ausschalten statt sie im Stand-by-Modus weiterlaufen zu lassen
  • Wohnräume sinnvoll heizen und lüften
  • Häufiges Baden vermeiden
  • Das Auto auch einmal stehen lassen

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

3 Antworten

  1. Herb Flintstone sagt:

    Wäre schön, wenn du recht behalten würdest. Ich denke aber, Durban bringt nicht viel. So lange due USA und CHina nihct mitspielen, wird es nichts mit den Einsparungen. Und die wollen einfach (noch) nicht.

  2. Katharina sagt:

    Hallo Herb, wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Dennoch bin ich nicht realitätsfremd… ich befürchte genauso wie Du und wie viele andere auch, dass die USA und China blockieren werden. 🙁

  3. Ferhat sagt:

    Toller Post. Kann nicht schaden, sich mit dem Thema detailierter zu befassen. Werde sicher auch die nächsten Posts lesen.

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