Die Überflieger präsentieren das Transmedia Manifest

Das Transmedia Manifest der Überflieger

Das Transmedia Manifest der Überflieger

Die Buchmesse Frankfurt 2011 ist nun vorbei und es gab eine Menge Highlights auf der StoryDrive-Konferenz zu erleben: David Heyman, der Produzent aller „Harry Potter“ Filme, stellte sich zum Gespräch. Roland Emmerich kam auf die Bühne stellte seinen neuen Kinofilm Anonymus vor. Und die Flying Sparks Überflieger präsentierten ihr Transmedia Manifest, das sowohl von der Presse als auch von den Fachbesuchern nicht nur Beachtung, sondern auch großes Interesse fand.

Aber was ist transmediales Geschichtenerzählen überhaupt? Hierbei handelt es sich um die Strategie, eine Geschichte über mehrere Medien hinweg zu erzählen. Oder um es einfacher auszudrücken: es wird eine Geschichte erzählt, die nicht nur in einem Medium, wie beispielsweise durch einen Roman erzählt wird, sondern die gesplittet wird und über mehrerer Medienkanäle konsumiert werden kann.

Vielleicht beginnt eine transmediale Geschichte als Buch, E-Book und Hörbuch, ein weiterer Teil der Geschichte wird dann wiederum als Film umgesetzt und ein weiterer Handlungsstrang der Story wird dann online auf einer Internet-Plattform zu finden sein. Transmedia Storytelling bedeutet also die medialen Grenzen zu sprengen und ein Story-Universum zu erschaffen, das auf vielen möglichen Wegen erlebt werden kann – als Buch, E-Book, Hörbuch, Comic, Film, Konsolen-Spiel, Handy-App, Theaterstück oder vielleicht auch online in einem Blog.

Und das sind die 11 Thesen des Transmedia Manifests, welche die Überflieger auf der Frankfurter Buchmesse 2011 verkündeten:

  1. REALITÄTSBEHAUPTUNG: Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Der Konsument der Geschichte weiß nicht mehr genau, was wahr und was erfunden ist.
  2. RABBITHOLES: Die Geschichte bietet dem Leser, Zuschauer, Zuhörer oder Spieler verschiedene Möglichkeiten in sie einzutreten.
  3. GESCHICHTEN-UNIVERSUM: Der Konsument der Geschichte muss nicht mehr einer einzelnen Dramaturgie folgen, sondern darf selbst aus mehreren sich kreuzenden Narrationsbögen auswählen, die schlussendlich in einem großen Geschichten-Universum aufgehen.
  4. INTERAKTIVITÄT: Die Leser, Zuschauer, Zuhörer oder Spieler tauschen sich sowohl untereinander als auch mit fiktionalen Figuren aus, nehmen aktiv an der Geschichte teil und beeinflussen diese.
  5. USER-GENERATED-CONTENT: Das Geschichten-Universum bietet dem Konsumenten der Geschichte die Möglichkeit, sich an ausgewählten Stellen selbst gestalterisch einzubringen. Das kann durch selbstgeschriebene Texte, gedrehte Filmclips oder auch eigene Kunstwerke geschehen, die mit der Story-Community geteilt werden.
  6. TRANSMEDIALITÄT: Das Story-Universum beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Medium, sondern nutzt die Stärken jedes einzelnen Mediums, um aus ihrer Symbiose etwas Neues zu erschaffen.
  7. LOCATION-BASED STORYTELLING: Der Leser, Zuschauer, Zuhörer oder Spieler wird zum Träger der Fiktion, indem er reale Orte aufsucht, an denen Teile des Story-Universe weitererzählt werden.
  8. UNENDLICHKEIT: Das Geschichten-Universum hat das Potenzial, durch mögliche Fortsetzungen, ausgegliederte Nebenhandlungen oder mittels konstanter Elemente die Grundlage für eine nie zu Ende gehende Geschichte zu schaffen.
  9. LEANBACK / LEANFORWARD: Das Story-Universum verlangt von seinen Lesern, Zuschauern, Zuhörern oder Spielern nicht, sich stets aktiv an der Geschichte zu beteiligen, sondern bietet auch die Möglichkeit die Geschichte zeitweise bzw. dauerhaft in einem passiven Modus zu konsumieren.
  10. MULTIPAYMENT: Die Vielfältigkeit des Geschichtenerzählens innerhalb des Story-Universums ermöglicht ein additives Freemium-Geschäftsmodell, das sich aus mehreren Beiträgen pro Konsument zusammensetzt.
  11. KOLLABORATIVES ARBEITEN: Das Geschichten-Universum wird von flexiblen, interdisziplinär agierenden Teammitgliedern gemeinsam entwickelt, da es einer Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen bedarf.

Dieses Manifest ist eine Zukunftsvision des Geschichtenerzählens, die von den acht „Überfliegern“ entwickelt wurde. Die „Highflyers“ – „Überflieger“ sind ein buntgewürfelter Haufen von Experten, der von der Buchmesse und der Agentur Newthinking gecastet und zusammengestellt wurde.

Die Teammitglieder der „Überflieger“ sind:

Katharina (Frisch-gebloggt.de) von den Überfliegern

Katharina (Frisch-gebloggt.de) von den Überfliegern

Maike Coelle
Autorin und Dramaturgin für audiovisuelle Medien

Kristian Costa-Zahn
Head of Creation UFA Lab / UFA Interactive

Maike Hank
Redakteurin DER FREITAG und Autorin

Dorothea Martin
Transmedia Storytelling und Konzeption

Patrick Möller
Transmedia Storyteller, Community Manager und Blogger von Argreporter.de

Gregor Sedlag
Designer, Illustrator und Comicautor

Philipp Zimmermann
Freier Autor, UFA Lab

Und auch ich gehöre zu den „Highflyers“: Katharina Kokoska
Web Consultant & Bloggerin von Frisch-gebloggt.de

Wenn auch ihr an Transmedia Storytelling und den Erfolg eines Geschichten-Universums glaubt, dann unterzeichnet noch heute das Transmedia Manifest und ruft die elf Thesen in die Welt hinaus!

Weitere Berichte über das Transmedia Manifest:

SÜDDEUTSCHE – Literatur will in der digitalen Ära neu erzählt werden
NEWTHINKING – Flying Sparks High Flyers: Auswege für die Content- und Medienindustrie
2010LAB – Frankfurt Sparks
COMPUTERWOCHE – Literatur will in der digitalen Ära neu erzählt werden
ARG-REPORTER – Das Transmedia Manifest
UFA – Transmedia-Manifests bei der Buchmesse Frankfurt vorgestellt
TRANSMEDIA STORYTELLING BERLIN – 11 Transmedia Thesen
THE TRUTH: SO FAR – Transmedial und Manifest
BUSINESSXP – StoryDrive Frankfurt: Vom Start weg ein Erfolg

TRANSMEDIA & STORYTELLING – Transmedia Manifest
NARRATIVENOW – Transmedia Manifest in 11 Theses – Nice & Clear!
SUPERCALIFRAGILISTICEXPIALIDOCIOUS – Disciplines merging in transmedia

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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4 Antworten

  1. Michael Drebs sagt:

    Das hört sich ja wahnsinnig spannend an. Ich nehme nicht nur ein Medium, um etwas erzählt zu bekommen. Sondern mehrere spielen mir eine Geschichte vor. Damit werden mehr Sinne angesprochen, als bei der bisherigen Storytelling. Nur mit der Umsetzung habe ich so meine Schwierigkeiten. Anstelle der Nachtlektüre habe ich jetzt ein Kamerateam im Schlafzimmer, eine multimediale Wand, ein Troll mit Räucherstäbchen und…..komme nicht mehr zum Schlafen. Bin gespannt, wie sich diese Form weiter entwickelt!!!

  2. Ingmar sagt:

    Tolle Seite, gefaellt mir sehr.

  1. 16. April 2012

    […] die Transmedia-Gruppe, die bereits auf der Frankfurter Buchmesse 2011 ihr Transmedia Manifest vorstellte, wird auf der re:publica sein und einen interessanten Workshop […]

  2. 9. Mai 2012

    […] auf der re:publica 2012 unser Transmedia Manifest präsentiert, das wir bereits im Herbst 2011 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt haben. […]

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