Occupy – können wir tatsächlich die Welt verändern?

Mut zur Wut (Occupy Frankfurt)

Mut zur Wut (Occupy Frankfurt)

Seit vielen Wochen bestimmen die Demonstrationen der sogenannten „Occupy“-Bewegung die Medien in den USA. Begonnen hatte alles mit einer Demonstration am 17. September gegen die Macht der Banken und gegen die soziale Ungleichheit im Land.

Demonstriert wird bis heute im Zuccotti Park in New York , der inzwischen (wie vor den Anschlägen des 11. Septembers) wieder Liberty Plaza, also Platz der Unabhängigkeit, genannt wird.

„We are the 99 percent that will no longer tolerate the greed and corruption of the 1 percent.“

(Slogan der Occupy-Bewegung: Wir sind die 99 Prozent, die nicht länger die Gier und Korruption von dem einem Prozent der Bevölkerung hinnehmen wird)

Was in den Vereinigten Staaten begonnen hat, ist inzwischen zu einer weltweiten Bewegung geworden. Am 15. Oktober 2011 fanden im Rahmen eines globalen Aktionstages in rund tausend Städten weltweit Occupy Protestaktionen statt. In Deutschland fanden Demos in Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und anderen Städten statt. In Frankfurt am Main zogen knapp 5.000 Menschen vor das Gebäude der Europäischen Zentralbank und etwa 150 von ihnen haben dort auf unbestimmte Zeit ein Zeltlager errichtet, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen.

Was sind die Ziele der Occupy-Bewegung? Es ist schwer klare und konkrete Ziele der gesamten Bewegung zu formulieren. Bei folgenden Punkten dürfte sich die Mehrheit der Demonstranten allerdings einig sein:

  • Der Wunsch nach einer „echten“ Demokratie
  • Die Forderung einer globalen Finanzmarktreform und eine Einschränkung der Macht der Banken
  • Das Bedürfnis nach mehr sozialer Gerechtigkeit

Das sind natürlich sehr allgemeine Ziele. Und es scheint beinahe naiv für eine bessere Welt auf die Straße zu gehen und nur ganz allgemein gegen die hässlichen Auswüchse des Kapitalismus zu demonstrieren. Lässt sich auf diesem Weg die Welt tatsächlich verändern? Müssten nicht viel mehr Menschen auf die Straße gehen, damit sich etwas bewegen lässt? Sollten nicht viel konkretere Forderungen an die Regierung gestellt werden?

Demonstrationen haben selten die Macht großen Einfluss auf die herrschende Politik zu nehmen und nur in wenigen Fällen schaffen Proteste es tatsächlich entscheidende Veränderungen zu erzielen. Aber dennoch sind sie wichtig und keinesfalls zu unterschätzen! Der arabische Frühling (auch Facebook-Revolution genannt) hat gezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, die Welt ein Stück zu verändern.

 

Occupy Frankfurt

Occupy Frankfurt

 

Auch wenn die meisten Demonstrationen und Proteste, die regelmäßig rund um den Globus stattfinden, in der Regel keine große Wirkung zeigen; man darf nicht vergessen, dass sie zu einem langen Prozess der Veränderung gehören. Mag eine Demo gegen die Macht der Banken und der sozialen Ungerechtigkeit im Moment scheinbar wenig bewirken, sie transportiert aber eine wichtige Erkenntnis, die nun in vielen Menschen wie ein Samenkorn reift. Die Erkenntnis ist, dass der Kapitalismus zum Feind der Demokratie wird, wenn ihm keine Grenzen gesetzt werden. Es müssen politische Entscheidungen getroffen werden, die für mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Stabilität im Finanzmarkt sorgen.

Je mehr Menschen sich dessen bewusst werden und diese Erkenntnis laut äußern, je wahrscheinlicher ist es, dass sich früher oder später etwas ändert. In einer Demokratie geht die Macht vom Volke aus. Und je deutlicher die Bürger einer Demokratie ihre politische Meinung zu bestimmten Fragen formulieren und je mehr Menschen sich einig sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass diese Meinung von der Politik auch wirklich aufgegriffen wird und zu sichtbaren Veränderungen führt. Doch ein solcher Prozess braucht viel Zeit und Ausdauer. Und den Glauben daran, dass viele Menschen gemeinsam etwas bewegen können!

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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