14N: Generalstreik in Spanien

Die Wirtschaftskrise hat Spanien schwer getroffen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 25,6 Prozent, der höchste Wert seit 1977. Auf den Kanarischen Inseln hat sich die Arbeitslosigkeit noch drastischer ausgebreitet, hier sind 33,6 Prozent der Bevölkerung arbeitslos, sprich jeder Dritte ohne Arbeit.

Seit dem Beginn der Krise vor fünf Jahren haben in Spanien zudem rund 400.000 Menschen ihre Immobilie verloren. Da es in Spanien üblich ist, Wohnungen und Häuser auf Kredit zu kaufen, anstatt sie zu mieten, sind Zwangsräumungen seit der Krise alltäglich geworden. In diesem Jahr müssen täglich (!) circa 200 Spanier Ihr Heim räumen, weil sie ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen können und ihre Wohnung oder ihr Haus deshalb an die Banken geht.

„Der Wohlfahrtsstaat wird vor den Augen von uns allen zerstört“
Ignacio Fernández Toxó., Chef des span. Gewerkschaftsverbandes CCOO

Für den heutigen Mittwoch haben die führenden spanischen Gewerkschaften, so wie viele Studentenverbindungen und andere soziale Verbände, zu einem Generalstreik in ganz Spanien aufgerufen. Es ist bereits der zweite landesweite Streik in diesem Jahr. Der Protest richtet sich zum einen gegen die Regierung und ihre Politik der Kürzungen. Für 2013 sind bereits weitere drastische Haushaltskürzungen in Höhe von 40 Milliarden Euro vorgesehen; Kürzungen, die insbesondere das Bildungs- und Gesundheitswesen von Spanien hart treffen werden.

  „Die Regierung wirft mit ihren Kürzungen das Land um 35 Jahre zurück. Der Streik ist ein Akt der Selbstverteidigung.“
Cándido Méndez , Chef der Arbeitergewerkschaft UGT

 

Der Protest der Bevölkerung richtet sich auch gegen die jüngst eingeführte Arbeitsmarktreform. Das neue Gesetz, das unter anderem den Kündigungsschutz gelockert hat, um Spaniens Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen, wurde von den Gewerkschaften sehr kritisch aufgenommen. Sie glauben, dass diese Reform dazu geführt hat, dass die Arbeitslosenquote erneut rasant gestiegen ist und nun auf einem Rekordniveau liegt. Auch befürchten die Gewerkschafter, dass Lohnkürzungen und Arbeitszeit-Verlängerungen damit Tür und Tor geöffnet wurden.

 

 

Seit Mitternacht wird in Spanien nun schon gestreikt und protestiert. Geschäfte sind geschlossen, Flüge und andere öffentliche Verkehrsmittel fallen aus und Demonstrationen und Kundgebungen finden statt. Angst, Wut und Verzweiflung treiben die Menschen auf die Straße, wo sie vielerorts von gewaltbereiten Polizisten empfangen werden.

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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5 Antworten

  1. Eder Guzmán sagt:

    Tenemos que luchar contra esta falsa democracia, porque esto es una dictadura en toda regla, un lugar donde los politicos están dominados por los bancos y los lobbys de diferentes marcos empresariales. Este partido político está aprovechando la excusa de la crisis para recortar más allá de lo que se considera moral, está acabando con el bienestar social que tanto costó conseguir a mis padres y abuelos, y ahora que tengo que estudiar en la universidad suben las matriculas hasta un 60%, además de los recortes de más de 40.000 millones de € en Educación y Sanidad ( La mejor de Europa pasará a ser de segundo nivel). Estamos ante la derecha más rancia, corruptos y sin valores morales. Siempre están intentandonos convencer de que España no es Grecia, que somos la 5 potencia europea, pero los ya 400.000 desahucios y los ultimos suicidios dejan claro que esto ya es Grecia. Mientras tanto la crisis económica no es más que un experimento para ver hasta cuando aguanta la gente y para que los grandes magnates tengan mano de obra barata. Y yo pienso…¿ que pretenden, aniquilar las culturas?. A veces pienso que lo que no consiguió Hitler mediante la imposición militar, lo va a conseguir Angela Merkel con la compra de la deuda de los paises en crisis, con lo que se hace dueña de su economia, y por tanto del país. Huele a IV Reich, está vez que hará el pueblo Alemán? Lo permitirá?

    • Katharina sagt:

      Hola Eder,

      gracias por tu comentario! He traducido tu comentario en alemán, porque tengo un blog alemán y quiero que mis lectores pueden entender tus palabras. 😉

      Estoy triste que tu piensas que Angela Merkel es un „Hitler II“. Pamplinas! Yo pienso que necesitamos nuevas leyes para la economía global y los bancos internacionales. Y España necesita menos corrupción y un mejor sistema educativo.

  2. Katharina sagt:

    Es kam ein spanischer Kommentar rein, den ich Euch gerne übersetzen möchte (ich hoffe richtig…):

    Eder Guzmán schreibt:

    Wir müssen gegen diese falsche Demokratie kämpfen, denn dies ist eine regelrechte Diktatur, ein Ort, an dem Politiker von Banken und Lobbys dominiert werden. Die derzeitige Partei benutzt die Ausrede der Krise, um an den Stellen zu kürzen, wo man mehr Moral erwarten würde. Es geht zu Ende mit dem Sozialwesen, das meine Eltern und Großeltern mitaufgebaut haben, und jetzt, wo ich studiere, steigen die Studiengebüren um 60 Prozent. Hinzukommen noch die Kürzungen von mehr als 40.000 Millionen Euro in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Wir stehen vor einer rechten Partei, die älter, korrupter und weniger moralische Werte aufweist als je zuvor. Immer versuchen sie uns weiß zu machen, dass Spanien nicht Griechenland ist und wir zu den fünf Großmächten Europas gehören, aber 400.000 Zwangsräumungen und die letzten Selbstmorde, die deshalb begangen wurden, machen klar, dass dies bereits Ausmaße wie in Griechenland angenommen hat. Dabei ist die Wirtschaftskrise nicht mehr als ein Experiment, um zu sehen, wie lange die Menschen das aushalten und damit die Großindustriellen billige Arbeitskräfte haben. Und ich denke mir… was beabsichtigen sie? Die Kulturen auszulöschen? Manchmal denke ich, dass das was Hitler mit seinem militärischen Angriffen nicht erreicht hat, das wird Angela Merkel erreichen, in dem sie die Schulden der Krisenländer aufkauft, damit sie Eigentümerin deren Wirtschaft wird und damit Besitzerin dieser Länder. Das riecht nach dem vierten Reich, wird es das deutsche Volk diesmal machen? Können sie das?

  3. Rondus sagt:

    Natürlich ist die Situation in Spanien nicht leicht. Ich arbeite zurzeit mit einer spanischen Firma zusammen und dessen CEO sagt von sich, dass die Spanier selbst schuld sind an der Krise. Es wurde zum Beispiel ein Flughafen für 100 Millionen Euro gebaut, der ein Gästeaufkommen von knapp 100 Leute in der Woche hat und immer noch im Betrieb ist (wenn es mich nicht täuscht, war es nahe Barcelona).
    Der Schreiber erwähnt eine „rechte Partei“, die Mitschuld an der Krise trägt, verflucht aber ebenso (im völlig überzogenen Masse) die deutsche Kanzlerin. Wer ist denn nun schuld? Alle? Keiner?
    Der Schreiber vergisst wohl, dass diese rechte Partei vom Volk gewählt wurde und daher auch dessen Meinung vertritt …

    Und das im Falle einer Krise immer ein Schuldiger gesucht wird (in diesem Falle die deutsche Kanzlerin, bzw. das deutsche Volk ist natürlich). Das die Deutschen gerne von den Politikern anderer Länder als Sündenbock genutzt werden ist bekannt. Hier von einem 4. Reich zu sprechen ist nicht nur beleidigend (niemand von uns hat noch etwas mit der Zeit des 4. Reiches zu tun – büße für die Sünden Deiner Eltern?!), sondern zeugt ebenso von der Unwissenheit des Schreibers über die Geschichte und den zurzeit gegebenen Fakten.

    Erinnern wir uns an die Zeit als den den nordeuropäischen Staaten finanziell nicht gutging (da ist der Schreiber wohl zu jung zu (Google ist Dein Freund)). Keines der südlichen Länder kam jemals auf die Idee, endlos Geld in die Nordländer zu pumpen …Und der Norden? Der hat die A….backen zusammengekniffen und sich selbst aus der Krise geholt …

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