Vertrauen im Internet – 5 Tipps für mehr Sicherheit

Vertraue mir (Bild: brothersdude)

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Laut einer Umfrage vom Herbst 2014 vertrauen rund 51 Prozent der Deutschen dem Internet eher nicht. Dieses Ergebnis ist auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich ist das World Wide Web ein offenes und globales Netz, das nicht kontrolliert wird. Nicht jede Information, die wir im Internet finden, wurde auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Nicht jeder Onlineshop ist seriös und empfehlenswert. Und auch unsere persönlichen Daten sind nicht sicher und werden von vielen Internet-Unternehmen und Behörden im Hintergrund gespeichert und missbraucht. Nicht jeder Absender einer E-Mail, Nutzer eines Facebook-Profils oder Chat-Partner ist auch wirklich die Person, für die sie sich ausgibt. Wie soll es unter diesen Umständen also möglich sein beim Surfen im Netz Vertrauen aufzubauen?

Vertrauen in der analogen und digitalen Welt

Ohne Vertrauen funktioniert unsere Welt nicht. So ist unser Geld beispielsweise nur deshalb etwas wert, weil wir Bürger Vertrauen in unser Finanzsystem haben. Ein gewisses Maß an Vertrauen ist auch eine Grundvoraussetzung für jede Art von Beziehung – ob zwischen Eltern und Kindern, zwischen Liebenden oder zum Beispiel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ohne Grundvertrauen lässt sich das Leben nur sehr schwer meistern. Und leider hat auch jeder schon einmal die Erfahrung gemacht, wie schmerzhaft es ist, wenn Vertrauen missbraucht wird. Belogen, betrogen und verraten zu werden ist alles andere als schön.

Es ist außerhalb des Internets schon schwer genug anderen Menschen Vertrauen zu schenken. Die meisten Menschen eignen sich in ihrem Leben deshalb auch ein gesundes Maß an Misstrauen an, um nicht zu leicht enttäuscht und ausgenutzt zu werden. Es ist der berühmte goldene Mittelweg, der gefunden werden muss. Es geht eben weder ohne Vertrauen, noch mit grenzenlosen Vertrauen.

Im Internet lässt sich die Vertrauensfrage zum Glück ein wenig leichter lösen. Mit diesen fünf Tipps reduziert Ihr das Risiko eines Vertrauensmissbrauchs im World Wide Web deutlich:

5 Tipps für mehr Vertrauen und Sicherheit

(1) Informationen aus dem Internet hinterfragen: Wer nach Informationen im Netz sucht, sollte sich folgende Fragen stellen: Wie aktuell ist die Information? Auf welcher Webseite wurde sie veröffentlicht? Wer ist der Autor? Welche Quellen wurde angegeben, die die Informationen belegen? Gibt es weitere Internetseiten, die den Wahrheitsgehalt der Information stützen?

(2) Erst nachdenken, dann online stellen! Wer im Internet etwas publiziert – einen Kommentar schreibt, eine Statusmeldung auf Facebook publiziert oder auch einen Blogpost schreibt – der sollte sich immer die Frage stellen: würde diese Veröffentlichung morgen in der Zeitung stehen oder im Fernsehen gezeigt werden, könnte ich damit leben? Wer diese Frage nicht mit „Ja“ beantworten kann, sollte in diesem Moment auch nicht ins Internet posten.

(3) Seid nicht zu vertrauensselig bei Internet-Bekanntschafften. Hinter Pseudonymen und Facebook-Profilen können sich auch Betrüger verstecken. Deshalb ist es wichtig erst einmal so wenig wie möglich an Daten von sich preiszugeben. Googelt erst einmal nach der neuen Bekanntschaft und findet heraus, was über ihn oder sie im Netz zu finden ist. Bei einem persönlichen Treffen: verabredet Euch zunächst an öffentlichen Orten und informiert einen Freund oder Freundin über das Treffen.

(4) Seriosität von Internetshops hinterfragen. Ihr wollt im Netz etwas kaufen, seid Euch aber nicht sicher, ob der Shop seriös ist? Dann stellt Euch folgende Fragen: Ist ein rechtsgültiges Impressum mit Steuernummer vorhanden? Gibt es eine Telefonnummer und werden Ansprechpartner angegeben? Gibt es ein geprüftes Shop-Gütesiegel? Sind im Internet Erfahrungsberichte über diesen Shop vorhanden, zum Beispiel in Foren oder ähnliches?

(5) Die eigenen Daten und Profile schützen. Habt ihr Angst davor jemand könnte Eure E-Mails und Computerdaten ausspähen oder sogar Euer Facebookprofil knacken und einfach übernehmen? Der beste Schutz dafür sind sichere Passwörter, die ihr NIEMANDEN verratet. Lockt Euch auch nicht an fremden PCs in Webdienste ein. Und vergesst auch nicht Euer Smartphone vor unbefugten Zugriff zu sichern: neben einem sicheren Passwort (Wort mit zahlen und Sonderzeichen statt 4-stelligem Zahlen-Pin) solltet Ihr Euer Handy auch so einstellen, dass die Daten nach zehn fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen automatisch von Eurem Telefon gelöscht werden.

Ohne Vertrauen lässt sich das Internet nicht nutzen, denn sonst könnten wir weder Webdienste benutzen noch E-Mails schreiben oder in einem Onlineshop einkaufen. Aber ein gesundes Misstrauen hilft uns dabei, nicht so einfach ausgetrickst oder betrogen zu werden. Wenn Ihr die fünf Tipps beherzigt, sinkt Euer Risiko auf jeden Fall deutlich zu schnell einem Betrüger auf den Leim zu gehen.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Vertrauen – notwendig oder gefährlich?“ von Marie teil.

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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1 Antwort

  1. 23. Februar 2015

    […] 11) Katharina von Frisch gebloggt schreibt über Vertrauen im Internet. […]

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