Die Pläne der Telekom und die Zukunft des Internets

Inzwischen haben es die meisten mitbekommen: die Telekom möchte die DSL-Flatrates abschaffen und stattdessen Internetzugänge mit einer Datenvolumen-Grenze einführen. Ist das monatliche Datenvolumen verbraucht, wird die Zugangsgeschwindigkeit gedrosselt. Zumindest werden diejenigen Internet-Dienste gedrosselt, die nicht zur Telekom gehören oder der Telekom keine Gebühren für eine Vorzugs-Behandlung zahlen wollen. Hier auf Frisch-gebloggt.de habe ich bereits über die Drosselpläne der Telekom berichtet.

Marius Sixtus und Alexander Lehmann haben zu dem Thema ein Video erstellt, dass sehr schön veranschaulicht, welchen Weg die Telekom gerade beschreitet. Unbedingt anschauen und teilen, teilen, teilen!

via Netzneutralitaet.cc

Die Folgen dieser Geschäftspolitik sind fatal:

  • Die Netzneutralität wird aufgehoben, da bestimmte Internetseiten bzw. Webdienste bevorzugt werden. Ein 2-Klassen-Internet entsteht.
  • Kleine Webseiten, wie Blogs, lokale Unternehmensseiten oder Online-Startups werden es sich nicht leisten können, sich von der Drosselung der Telekom freizukaufen. Ihre Besucherzahlen werden sinken, viele dieser Seiten wahrscheinlich früher oder später offline gehen.
  • Ob Filme gucken, Musik streamen oder Software downloaden – Internet-Aktivitäten, die viel Datenvolumen fressen, werden bald zum Luxus.
  • Haushalte mit mehreren Personen und einem Internetanschluss werden die Datenvolumen-Grenze sehr schnell erreichen.
  • Kostenloses Internet in Cafés oder Gaststätten? Welcher Gastronom wird sich es in Zukunft noch leisten können, seinen Kunden freies W-LAN zur Verfügung zu stellen, das schnell genug ist, um den Kunden auch von Nutzen zu sein?

Die Telekom möchte jetzt zwar guten Willen zeigen und hat angekündigt, statt auf unverschämte 384 KBit/s „nur“ noch auf 2 MBit/s drosseln zu wollen, doch auch das ändert nichts daran, dass die Pläne der Telekom eine Katastrophe sind. Die Netzneutralität soll weiterhin verletzt werden, in diesem Punkt zeigt die Telekom keine Einsicht! Und zuletzt möchte ich einmal fragen: sollte Deutschland nicht eigentlich darum bemüht sein, möglichst vielen Bürgern möglichst schnelles Internet zu ermöglichen, um Innovation und Bildung im eigenen Land zu stärken? Eine Drosselung des Internets ist jedenfalls kontraproduktiv.

Daher fordere ich weiterhin:

Wir brauchen ein offenes, wir brauchen ein echtes Netz! Wir brauchen eine gesetzlich verpflichtende Netzneutralität in Deutschland und Europa!

Flattr this!

Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. Kilian sagt:

    Vollkommen richtig! Bei uns haengt auch noch ein Artikel zu dem Video und zu den „neuen“ Plänen der Telekom in der Pipeline. Einfach nur unverschämt, was die Telekom derzeit abzieht 🙁

    • Dass Unternehmen auch unmoralische Wege gehen, um sich die Taschen voller zu machen, ist ja nicht wirklich was Neues. Schlimm ist aber, dass die Regierung nicht eingreift! Wir brauchen unbedingt ein Gesetz, dass die Anbieter zu Netzneutralität verpflichtet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.