Wo sind all die Hippies hin, wo sind sie geblieben?

 

Das Internet ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Mobbing, hasserfüllte Postings, beleidigende Kommentare – auf solche entsetzlichen Auswüchse menschlichen Verhaltens treffen wir nicht nur im World Wide Web. Es ist ein Teil des Menschseins und Ausdruck starker Emotionen, wie beispielsweise Neid, Selbstzweifel und Wut. So manchen Blogger, Facebookler und Twitterer haben die negativen Reaktionen von Usern schon in die Flucht geschlagen und dazu bewegt, Abstand vom Publizieren im Web zu nehmen. Und jedes Jahr kündigen Menschen ihren Job, weil sie den Sprüchen und Gemeinheiten ihrer Kollegen oder Vorgesetzten nicht mehr gewachsen sind. Böse Worte fallen überall; sie verletzen und die negative Energie legt sich schwer auf die Seele.

Ich habe mich in meinem Leben schon oft gefragt, warum das Miteinander zeitweilen so schwierig ist. Es ist schlimm genug, wenn Fremde einen verbal angreifen, doch noch viel schmerzhafter ist es, wenn Menschen dies tun, die einem näher stehen. Warum Freunde, Familienangehörige oder Kollegen es sich oft so schwer machen und es immer wieder zu Beleidigungen, Aggressionen, Übergriffen und heftigen Streits kommt, ist eine Frage, die mich immer wieder zum Nachdenken bringt. Das Leben könnte so viel schöner sein, würden wir uns mit mehr Wohlwollen und Respekt begegnen. Aber die Realität sieht leider anders aus: es wird gepöbelt, gestichelt, verletzt und gemobbt; privat, geschäftlich und unter Fremden; online, wie offline.

 

Liebe ist die Antwort

Die Hippie-Bewegung und ihr Flower-Power hat mich schon immer fasziniert. Ich bin zu jung, habe diese Zeit leider nicht miterlebt, doch ich habe die Generation meiner Eltern für die Idee eines friedlicheren und besseren Miteinanders immer bewundert. Peace & Love, Friede & Liebe – es ist eine so simple Philosophie, die dennoch so wertvoll und wundervoll ist. Schade, dass so wenig von diesem Zeitgeist übrig geblieben ist.

Heute leben wir in einer Ellbogengesellschaft, jeder ist sich selbst der nächste, Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind an der Tagesordnung. Und da frage ich mich: wo sind all die Hippies hin, die sich „Make love not war“ auf ihre Fahnen geschrieben haben? Wo sind die Blumenkinder von damals, die in den 60ern die Wohlstandsideale der Bevölkerung in Frage stellten und eine friedlichere und bessere Welt forderten? Wer glaubt heute noch an die Liebe als Antwort für eine bessere Welt?

Zeigt Euch, Hippies!

Ich bin Menschen begegnet, die sich der Liebe, dem respektvollen Miteinander und dem Frieden verschrieben haben. Ich bin diesen Menschen an den unterschiedlichsten Orten begegnet; es sind Menschen unterschiedlichen Alters aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlichen familiären Hintergründen. Ihnen ist es wichtig, anderen Menschen mit Liebe und Respekt zu begegnen, die Werte unserer Wohlstandsgesellschaft in Frage zustellen und unsere Welt mit vielen kleinen Taten zu verändern. Es sind nur eine Handvoll Menschen, die ich kenne und die anderen Personen wirklich voller Wärme, Liebe und Respekt begegnen; Menschen, die durch ihr Verhalten und ihre Überzeugung die Welt jeden Tag ein wenig besser machen.  Ich schätze mich glücklich, solch wunderbare Menschen zu kennen und sie zu meinen Freunden zählen zu dürfen.

Ich selbst möchte mir an diesen Menschen ein Vorbild zu nehmen. Ich versuche meinen Mitmenschen nicht voreingenommen entgegenzutreten, ihnen mit dem Herzen zu begegnen, ihnen Respekt zu zeigen und offen für andere Ansichten und Lebenswege zu sein. Zugleich gehe ich zu Bekannten, Kollegen und Familienangehörigen auf Abstand, die anderen Personen gegenüber angriffslustig und respektlos sind, denn ich möchte mich hauptsächlich mit positiven Menschen umgeben. Ich bin hilfsbereit und loyal. Und ich glaube, dass jeder von uns die Welt verbessern kann. Das ist meine Art, den Gedanken von „Peace und Love“ in mein Leben zu integrieren.

All you need is Love

 

 
Ich möchte diesen Beitrag nutzen, um Euch an die Philosophie der Hippies zu erinnern. Um Euch ins Gedächtnis zu rufen, dass wir alle ein viel schöneres Leben hätten, wenn wir uns vornehmen würden, anderen Menschen freundlich und wohlgesinnt zu begegnen. Frieden, Liebe und Respekt – das ist es, worauf es ankommt. Meint Ihr nicht auch?

„Folge deinem Glücksgefühl, und das Universum wird dir Türen öffnen, wo vorher nur Wände waren.“ (Joseph Campbell)

„Wenn Du nicht ein Teil der Lösung bist, dann bist Du ein Teil des Problems.“ (Eldridge Cleaver)

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.“ (Afrikanisches Sprichwort)

„Die wichtigste Art von Freiheit ist die, der zu sein, der Du wirklich bist. Manchmal spielt man in der Wirklichkeit eine Rolle … dann gibt man die Fähigkeit zu fühlen auf und setzt eine Maske auf.“ (Jim Morrison)

„Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust. Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben, und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben. Du bist du, und ich bin ich, und wenn wir uns zufällig finden, – wunderbar. Wenn nicht, kann man auch nichts machen. “ (Fritz Perls)

All you need is love“ (Beatles)

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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4 Antworten

  1. Sammelmappe sagt:

    Der Liebe fehlt es an Fürsprecherinnen in dieser Zeit. Das ist schade.

  2. Sonja sagt:

    Wenn man als geliebtes Kind von liebenden Eltern empfangen und großgezogen wird, kann man gar nicht anders…
    Leider kommt vieles dazwischen, zerstörerisch- man denke nur an Kriege und deren Nachwirkungen, bis zu uns….
    Eine Fürsprecherin bin ich unbedingt! Meine Tochter sagt, wir seien Althippies….na, wenigstens was…

  3. John sagt:

    Ein wahres Wort!

    Man muss aber auch anmerken, dass die Hippiekultur die Welt entscheidend verändert hat.
    Dennoch erleben wir eben jetzt, wie sich viele, gerade junge Menschen auf „alte Werte“ vor der Hippiezeit zurückbesinnen. Spießigkeit und Ich-Denken sind wieder weit verbreitet. Die Junge Generation setzt sich selbst einem enormen Erfolgsdruck aus, da bleibt kein Platz für Liebe und ein Dasein im Jetzt. Die Leute, die noch oder wieder den Geist von Frieden und Liebe in sich tragen haben es irgendwann erkannt oder hatten das Glück entsprechend aufgewachsen zu sein.
    Viele sehen die Mission der Hippies als verloren an, da sich doch wieder der alte Trott aus Kaltherzigkeit und Griesgrämigkeit in die Gesellschaft eingeschlichen hat. Aber halt! – wir können es noch immer!
    Gerade jetzt kann eine offene und liebende Geisteshaltung wieder ein Gegengewicht zum Rest der Gesellschaft darstellen. Es kommt wieder, wenn wir daran glauben und unsere Haltung verbreiten.
    Im Grunde brauchen wir nur nach Kants kategorischem Imperativ handeln, um dahin zu kommen.

  4. will-wech sagt:

    Find es eigentlich nur schade das die Menschen zuviel an ihr Konsum denken.
    Sie können nicht einfach los lassen und frei sein.

    schade schade

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