Freundschaft 2.0

Freunde (Foto: Ernst Vikne/Flickr)

Freunde (Foto: Ernst Vikne/Flickr)

Freundschaften sind erfahrungsgemäß eine der wertvollsten Beziehungen im Leben, sie bereichern uns und haben für die meisten Menschen einen enorm hohen Stellenwert. Freundschaften können von Zeit zu Zeit aber auch zu einer sehr diffizilen Angelegenheit werden, denn wir alle verändern uns und manchmal entwickeln sich gute Freunde auch voneinander weg und verlieren sich. Doch so schwierig und verletzend Freundschaften auch sein können, tief im Inneren wissen wir wohl alle einen guten Freund zu schätzen und zu lieben. Und wie haben es die Comedian Harmonists einst so treffend gesungen:

Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste was es gibt auf der Welt!

Aber was macht eine gute Freundschaft aus? Gute Freunde interessieren sich für einander, hören sich zu, fühlen mit dem anderen mit, verbringen gerne Lebenszeit miteinander, trösten sich, tauschen sich aus, unterstützen sich, lachen miteinander, weinen miteinander, üben auch mal Kritik am anderen und haben sich wirklich gern.

In der Regel sind tiefe Freundschaften nicht leicht zu finden, denn sie sind etwas ganz Besonderes und recht seltenes. Wirklich enge Freunde hat man nicht en masse, denn schließlich sind wir Menschen sehr verschieden und es bedarf auch einer großen Portion Glück einen Menschen zu treffen, mit dem man sich so stark verbunden fühlt, dass daraus eine enge Freundschaft entstehen kann. Es ist ähnlich wie in der Liebe: es ist nicht nur wichtig die selbe Wellenlänge zu haben, auch der Funke muss überspringen.

Love you (Foto: Helga Weber/Flickr)

Love you (Foto: Helga Weber/Flickr)

Aber kann dieser Funke auch im Netz überspringen? Ist es möglich online ernsthafte Freundschaften aufzubauen? Kann man sich ohne realen Kontakt, verbunden nur durch Bits und Bytes, tatsächlich nahe kommen?

Ich denke ja! Ich habe in den letzten Jahren einige Menschen online kennengelernt, die ich sehr mag und die ich tatsächlich als Freunde bezeichne. Ich spreche jetzt nicht von den vielen Personen mit denen ich über Facebook verbunden bin und die auf dieser Plattform fälschlicherweise als Freunde bezeichnet werden, obwohl sie zum Großteil nur entfernte Bekannte sind. Ich spreche von den lieben Menschen mit denen ich wöchentlich, teilweise täglich E-Mails schreibe, skype und chatte. Trotz einer Entfernung von zum Teil mehreren tausend Kilometern ist eine freundschaftliche Beziehung entstanden, die ich nicht mehr missen möchte.

Ich gebe zu: reine Online-Freundschaften unterscheiden sich natürlich von tiefen Freundschaften in der realen Welt und sie haben auch große Nachteile, denn es fehlt die physische Schulter zum Anlehnen, das miteinander Erleben, das Sich-Riechen-Können und auch auf Mimik und Gestik im Gespräch müssen Online-Freunde zum größten Teil verzichten (wenn wir von Videotelefonaten mal absehen). Aber deshalb sind Internet-Freundschaften nicht schlechter oder minderwertiger als Freundschaften in der realen Welt! Bei Online-Freundschaften steht schließlich eine intensive, regelmäßige und sehr persönliche Kommunikation im Mittelpunkt. Es ist eine Kommunikation, die ohne nennenswerte Ablenkungen von Außen stattfindet. Im Netz konzentriert man sich auf seinen Gesprächspartner. Eine gute Kommunikation ist es letztendlich auch, die eine Online-Freundschaft möglich macht und am Leben hält. Und ich möchte meine Online-Freunde nicht mehr missen, denn ich habe sie längst ins Herz geschlossen und genieße unsere Gespräche viel zu sehr, um sie einfach so aufzugeben.

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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2 Antworten

  1. WolfsPAD sagt:

    Danke Katharina!

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