Uralte Geheimloge in Berlin entdeckt

Alles fing mit einem vom Regen durchnässten Zettel an, den ich in Berlin an einem Baum kleben sah. Darauf war eine rätselhafte Zeichnung zu sehen, zudem ein QR-Code, sowie eine Internet-Adresse. Die Neugierde erfasste mich und so begann ich nachzuforschen. Worauf ich dann stieß, war wirklich unglaublich: ich hatte tatsächlich eine Geheimloge in Berlin entdeckt – mit dem Namen „Das wilde Dutzend“!

Meine Neugier war geweckt! Wie ich schnell herausfand, reicht die Geschichte dieser Geheimgesellschaft bis ins tiefste Mittelalter zurück. In uralten Chroniken ist von einem Orden namens „Zwôzal Wildenære“ zu lesen, den „Zwei Drittel Wildschützen“. Bei diesem Orden handelte es sich aber keineswegs um einen Jäger-Club, wie ich zunächst vermutete, sondern vielmehr um einen geheimen literarischen Zirkel. Dieser hatte es sich zur Aufgabe gemacht, berühmte Ritter anhand ihrer Erfolgschroniken der Beschönigung oder gar der Lüge zu überführen. Ein Drang zur Aufdeckung der Wahrheit, der den Mitgliedern der Loge sicher viele Feinde einbrachte. Doch wer gehört heute – im 21. Jahrhundert – zu dieser Geheimloge und was ist das Ziel dieses alten und geheimnisvollen Bundes? Decken die Logen-Mitglieder bis heute Geheimnisse der Literaturgeschichte auf? Ich wollte unbedingt mehr wissen und begann mit meinen Recherche-Arbeiten.

Als im 16. Jahrhundert der Buchdruck die Verbreitung von Büchern erleichterte, begann auch der Orden „Das Wilde Dutzen“ (so wurde er inzwischen vom Volksmund genannt) kleine Büchlein herauszubringen, die sich noch immer der Wahrheitsfindung widmeten. Selbst die Gebrüder Grimm besaßen ein Büchlein des Geheimbundes, wie es historische Quellen belegen, doch über die Identität der Mitglieder des Geheimbundes ist bis heute leider nichts bekannt. Das Einzige, was ich herausfinden konnte: der Name „Das wilde Dutzend“ deutet zwar auf zwölf Logen-Mitglieder hin, es scheint aber immer dreizehn Mitglieder gegeben zu haben. Mysteriös…

Heute, im Jahre 2012, besitzt die Geheimloge einen eigenen Verlag, der ihren Namen trägt: Das wilde Dutzend. Doch wer sich dahinter verbirgt, blieb mir ein Rätsel. Also habe ich mir das erste Buch des Verlages einmal angesehen; ein verschollen geglaubte Werk, das durch den Verlag erstmals Zugang zur Öffentlichkeit fand. Es handelt sich um die viktorianische Schreckens-Chronik “Die Guten, die Bösen und die Toten”. Darin enthalten: 23 Gedichte von Johan von Riepenbreuch, der zu Zeiten von Queen Victoria in London lebte. Von Riepenbreuch verdiente sein Geld, so ist es überliefert, als Toten-Fotograf und Anatom, daher wahrscheinlich auch sein Hang zu schauriger Dichtung. Illustriert wurden die Gedichte von Ebeneeza K., der Urenkelin des Autors, die heute in Hamburg lebt.

Und dann konnte ich endlich einen kleinen Durchbruch während meiner Recherchen erreichen! Ich konnte die Identität eines der Mitglieder der Loge entlarven: eine Frau mit dem Namen Adele. Es ist sehr ungewöhnlich, dass tatsächlich eine Frau Logenmitglied im Wilden Dutzend war, doch ich erfuhr noch Unglaublicheres! Ihre Identität scheint über die Jahrhunderte weitergegeben worden zu sein, wie auch ihre Aufgabe: sie war Detektivin. Im Jahr 1900 reiste Adele anscheinend von Amerika nach Europa, um den 1899 verschwundenen Johan von Riepenbreuch aufzuspüren. Ihre Stationen: London, Berlin und Stillvelde. Mit der Hilfe ihres Salons und im Hintergrund unterstützt durch den Club des unbekannten Dichters versuchte sie das wahre Schicksal Riepenbreuchs herauszufinden. Ob Ihr das gelungen ist?

Wer mehr erfahren möchte vom Wilden Dutzend, Johan von Riepenbreuch und Adele, der sollte sich am 14. März 2012 um 20:45 Uhr auf den Parkplatz vom Rewe-Markt in der Werbellinerstr. 50 in Berlin begeben. Lasst Euch von dort aus in einen geheimen Kunst-Club in Neukölln entführen. Dort werden Euch zwei Schauspieler mit auf eine Zeitreise ins viktorianische London nehmen und Euch hoffentlich verraten, was mit dem Dichter Johan von Riepenbreuch 1899 geschah. Es erwartet Euch ein Schattentheater mit Musik, allerdings ohne Sprache. Und Euch erwartet die Lösung eines alten, dunklen Geheimnis…

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Katharina Kokoska

Bloggerin von Frisch-gebloggt.de // iNerd // Bloggerin, Texterin, Web Consultant und Internet-Poweruser // Bücherwurm und leidenschaftliche Hobbyfotografin // Nach-Gran-Canaria-Ausgewanderte

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2 Antworten

  1. Adele sagt:

    Herzlichen Dank für Ihren kundigen Bericht! Es würde mich sehr freuen, Sie bei meinem nächsten Salon begrüßen zu dürfen. Hochachtungsvoll, Adele

  2. Johannes sagt:

    Ich finde solche alten Fotos immer ultra spannend. Wer weiß, was da alles für geschichten hinter stecken. Wenn ich auf dem Flohmarkt alte Fotos aus den 50ern und früher finde, kaufe ich mir immer die schönsten.

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